Schneebälle aus Val d'Isère

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Deutsche Presse-Agentur

Nicht alles spielt sich bei einer alpinen Ski-Weltmeisterschaft direkt auf der Piste ab. Die Deutsche Presse-Agentur dpa hat einige Randnotizen aus Val d´Isere zusammengetragen.

Einige Skirennfahrerinnen tragen bei den Titelkämpfen im französischen Val d'Isère einen mit kleinen Schmuckkristallen eines Tiroler Unternehmens besetzten Helm. Einige Tausend Euro ist die Schutzbekleidung wert, ähnlich schön sieht die schwarze Mütze der deutschen Riesenslalom-Hoffnung Kathrin Hölzl aus. Auch dort glitzern einige Steinchen, aber das gute Stück hat die Mutter der Bischofswiesenerin selbst gemacht. Auch den Namen „Katy“ auf der linken Seite der Mütze hat sie eingestickt.

Kombi-Silbermedaillengewinner Julien Lizeroux ist vor ein paar Tagen von einem Journalisten vor die Entscheidung gestellt worden, ob ihm lieber wäre, dass sein Name auf einer Gondel in Kitzbühel stehe - wie es für Gewinner dort üblich ist - oder, dass er eine Medaille bei den Weltmeisterschaften in seinem Land gewinne. Das erzählte der 29-jährige Franzose am Montagabend. Seine Antwort? „Ein Sieg in Kitzbühel bedeutet sehr viel. Aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich beides nehmen.“

Als 26. der Abfahrt war Gina Stechert schon in ihrem eigenen Rennen nicht vorne dabei, und auch als Zuschauerin musste sich die Skirennfahrerin aus Oberstdorf am Montag hinten anstellen. Mit Teamkollegin Fanny Chmelar wollte sie sich am Abend den Slalom der Herren-Kombination live an der Strecke anschauen. Doch mit ihren Athleten-Akkreditierungen wurde ihnen von den Ordnern weder Einlass in den Team-Bereich noch auf die Tribüne gewährt. Trotz schlechter Sicht verfolgten Stechert und Chmelar auf der Videoleinwand noch die Fahrt ihres als vierter der 30 Fahrer gestarteten Mannschaftskameraden Stephan Keppler, dann stapften sie enttäuscht davon.

Sein Name ist kaum auszusprechen, aber spätestens nach Bronze in der Super-Kombination sollte man ihn sich merken: Natko Zrncic-Dim. In der Stunde seines bislang größten Erfolgs dachte der Kroate auch an den verletzt ausgefallenen Landsmann Ivica Kostelic. „Es ist schade, dass er nicht starten konnte. Aber seine Informationen haben mir sehr geholfen“, sagte der Dritte. Und auch Janica Kostelic half Zrncic-Dim, sie war am Podesttag oft und viel an seiner Seite. „Janica war bei mir den ganzen Tag, das war sehr gut für mich.“

Wütend gestikulierten französische Autofahrer am Dienstagmorgen im Straßenverkehr. Sie hupten und schimpften, weil ein großer Wagen die Straße blockierte. Nach einigen Minuten des Wartens fuhr FIS-Marketingdirektor Christian Knauth das Auto dann aus dem Weg.

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