Schmitt Sechster in Kuopio - Okabe ältester Sieger

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Deutsche Presse-Agentur

Martin Schmitt strahlte nach einer tollen Aufholjagd über Rang sechs, Takanobu Okabe bejubelte ausgelassen seinen Coup als ältester Weltcup-Sieger der Skisprung-Geschichte.

Beim Sensations-Erfolg des 38-jährigen Japaners im finnischen Kuopio machte Schmitt im Finale zwölf Plätze gut und stellte danach zufrieden fest: „Auf dieser Anlage kann eben viel passieren. Ich bin sehr zufrieden mit dem Wettkampf. Beide Sprünge waren auf einem hohen Niveau.“

Einen Tag nach der Comeback-Ankündigung des Finnen Janne Ahonen zur kommenden Saison demonstrierten die Routiniers der Szene eindrucksvoll ihre Stärke. Okabe feierte mit Sprüngen von 123,5 und 123 Metern den fünften Weltcup-Sieg seiner Karriere vor dem Schweizer Simon Ammann und Adam Malysz aus Polen. Letztmals hatte Okabe vor elf Jahren beim Skifliegen in Vikersund ganz oben auf dem Podest gestanden. „Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Da kann man nur den Hut ziehen“, sagte Bundestrainer Werner Schuster über den Sieg des Oldies aus dem Land der aufgehenden Sonne.

Der 31 Jahre alte Schmitt witzelte: „Da bin ich ja noch ein Junger.“ Wie schon in Engelberg, als er vom 24. auf den 7. Platz vorsprang, rollte der zur Halbzeit als 18. scheinbar abgeschlagene Vize-Weltmeister mit 124,5 Metern im Finale das Feld von hinten auf. „Ich habe den Wettkampf verfolgt und gemerkt, das wird noch ein gutes Ergebnis“, berichtete Schmitt.

Seine Chancen auf einen Podestplatz hatte er mit 116,5 Metern im ersten Durchgang eingebüßt. „Ich glaube, der Versuch war ganz gut. Aber es war verdammt schwer zu springen. Der Anlauf war an der untersten Grenze. Wenn man dann nicht die Windbedingungen hat, ist man gleich mit 10 bis 15 Metern hinten dran“, stellte Schmitt fest. Schuster hatte an der Leistung des Routiniers nichts auszusetzen. „Toll, dass er belohnt wurde, denn er hat einen guten Wettkampf gemacht. Ich bin froh, dass er seine gute Form bestätigt hat“, sagte der Coach.

Nicht zufrieden war er dagegen mit Michael Uhrmann und Michael Neumayer, die deutlich das Finale verpassten. „Das war natürlich nicht sehr positiv. Am Ende der Saison ist das auch Kopfsache. Wir haben versucht, die Jungs so einzustimmen, dass sie konzentriert an die Sache herangehen. Das ist nicht so gut gelungen. Die beiden haben Dinge gemacht, wo sie hinterher denken, 'Mensch, was mache ich hier'. Und dann scheiden sie halt aus“, kritisierte Schuster.

„Die Anfahrt war brutal am unteren Limit. Da braucht man Wind, um auf Weite zu kommen“, begründete Neumayer den Absturz. Auch Stephan Hocke scheiterte im ersten Durchgang. Pascal Bodmer belegte den 24. Platz, Erik Simon wurde 30.

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