Schmitt: „Ich werde um eine WM-Medaille kämpfen“

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Deutsche Presse-Agentur

Als sich Martin Schmitt vor den 12 500 Zuschauern in der Vogtland-Arena Klingenthal verneigte, war das Dank und Versprechen zugleich.

Nach einem nervenaufreibenden Warte-Marathon von vier Stunden wegen Sturms und Schnee hatte der Schwarzwälder beim dritten Springen der Team-Tour Platz vier belegt und nach dem enttäuschenden Auftakt in Willingen sein tatsächliches Leistungsvermögen dokumentiert. Mit Blick auf das erste WM-Springen am 21. Februar in Liberec sagte er selbstbewusst: „Ich werde um eine WM-Medaille kämpfen. Ich habe die Form dazu.“

„Martin hat sich diesen Platz hart erarbeitet und damit auch verdient“, lobte Bundestrainer Werner Schuster seinen Vorzeigespringer, der es beim Sieg des Österreichers Gregor Schlierenzauer nicht ganz bis auf das Podest geschafft hatte. Dazu waren Schlierenzauer, der Norweger Anders Jacobsen und Vierschanzentournee-Sieger Wolfgang Loitzl (Österreich) einen Tick zu stark. Doch um Platz drei kann der Furtwangener grundsätzlich immer mitspringen, das ist die Erkenntnis von Klingenthal.

Und so blickt Schmitt auch optimistisch zum Skifliegen nach Oberstdorf. Dort will er sich am Wochenende zum Abschluss der Team-Tour den entscheidenden Schub für die WM holen. „Ich fliege gern und es ist ein toller Abschluss der Tour“, sagte der viermalige Weltmeister. Angst, dass der dann folgende Umstieg vom Riesenbakken auf die Normalschanze von Liberec zu gravierend sein könnte, hat er nicht. „Ich habe auch die Form, so etwas zu meistern. Es gibt verschiedene Szenarien, wie man die Umstellung vom Skifliegen auf die kleine Schanze vollzieht. Man muss sich vor allem mental darauf einlassen“, erklärte der 31-Jährige und Bundestrainer Schuster ergänzte: „Ich habe den Schanzenwechsel schon im Sommer trainieren lassen. Es sollte möglich sein, den Sprung zu schaffen.“

In Schmitts Sog sollen auch die anderen deutschen Springer in Liberec ihr Leistungsvermögen ausschöpfen. „Bei Michael Neumayer müssen wir noch etwas an der Sprungtechnik arbeiten, Stephan Hocke ist auf einem guten Weg. Und dann hoffen wir natürlich, dass Michael Uhrmann gesund und erholt zur WM fährt“, betonte Schuster, der mit der Nominierung von Felix Schoft (Partenkirchen) ein Ausrufezeichen an die Jugend sandte.

Einig ist man sich im deutschen Team, dass es an Gregor Schlierenzauer derzeit kaum ein Vorbeikommen gibt. Der Österreicher eilt von Rekord zu Rekord, gewann in Klingenthal zum sechsten Mal in Serie, was vorher nur den Finnen Janne Ahonen und Matti Hautamäki sowie seinem Teamkollegen Thomas Morgenstern glückte. Mit mittlerweile zehn Saisonerfolgen ist Ahonens Bestmarke (12) in Reichweite und auch der Punkte-Saisonrekord von Martin Schmitt mit 1833 Zählern aus der Saison 1999/2000 wackelt bedenklich. Schlierenzauer hat derzeit 1620 Punkte und am Samstag gibt es sein geliebtes Skifliegen. „Ich freue mich auf Oberstdorf. Da habe ich vergangenes Jahr meinen WM-Titel geholt. Ich kann es kaum noch erwarten“, sagte der Stubaitaler. In Klingenthal jedenfalls ist er weiterhin ungeschlagen: vier Starts, vier Siege. „Es ist meine Lieblingsschanze“, bekannte der Österreicher.

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