Schlusslicht Wehen setzt auf Schwarz und Moser

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Deutsche Presse-Agentur

Zweitliga-Schlusslicht SV Wehen Wiesbaden hat mit der sofortigen Beurlaubung von Trainer Wolfgang Frank und Manager Uwe Stöver auf die sportliche Talfahrt reagiert und in Sandro Schwarz eine überraschende Nachfolgeregelung aus dem Hut gezaubert.

Der zuletzt von Frank als Kapitän abgesetzte Schwarz hat seine Karriere am 23. März ad hoc beendet und soll die Taunussteiner als Teamchef zusammen mit dem bisherigen Co-Trainer Hans Werner Moser bis zum Saisonende vor dem drohenden Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga retten. „Vielleicht wird das Wunder von Wiesbaden noch möglich“, sagte Vizepräsident Markus Hankammer, „dafür war ein klarer Schnitt nötig.“

„Ich sehe die letzten neun Saisonspiele als Chance. Gegen St. Pauli wollen wir in zehn Tagen den ersten Schritt machen. Bis dahin gilt es, wieder Lockerheit in die Mannschaft zu bringen und die Spielfreude zu wecken, die in den vergangenen Partien abhandengekommen ist“, erklärte Schwarz. Er selbst hofft, „dass ich die Fußball-Schuhe nicht mehr anziehen muss und das Vertrauen rechtfertigen kann“.

Als Gründe für die Beurlaubung von Frank gab der Verein die Misserfolge in den vergangenen sieben Spielen und die Erkenntnis, dass der Coach die Mannschaft nicht mehr erreichte, an. „Das Präsidium ist in vielen Gesprächen zu dem Ergebnis gekommen, dass wir etwas ändern müssen. Dafür war die Bereitschaft nicht wie von uns vorgestellt vorhanden“, sagte Hankammer.

Frank hatte erst am 19. Dezember die Nachfolge von Christian Hock angetreten und bei den Hessen einen Vertrag bis zum Saisonende erhalten, der sich bei Klassenverbleib um ein Jahr verlängert hätte. Mit zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz befindet sich der Verein jedoch in größter Abstiegsgefahr. „Ich habe von der Entscheidung im Laufe des Tages erfahren und war sehr überrascht“, sagte Frank.

Mit Schwarz soll ein Trainer-Novize die fast unmögliche Rettung doch noch schaffen. In Moser hat der 30-Jährige einen erfahrenen Mann an seiner Seite. Der Coach der U 23-Mannschaft ist im Besitz der Fußball-Lehrer-Lizenz und hatte bereits in der Hinrunde des öfteren für den zeitweise beim Trainer-Lehrgang in Köln weilenden Hock das Training übernommen.

Die Position des Sportdirektors soll zunächst unbesetzt bleiben, die Aufgaben Stövers intern verteilt werden. Stöver war im Herbst 2007 vom 1. FC Kaiserslautern nach Wiesbaden gekommen. „Ich hatte am Samstag ein gutes Gespräch mit dem Präsidium, konnte die Entscheidung aber nicht beeinflussen. Ich nehme es sportlich, auch wenn es wehtut. Es ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich mit solch negativen Dingen konfrontiert wurde“, sagte Stöver, der nun erst einmal Urlaub machen will.

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