Schlierenzauer gewinnt Weltcup in Sapporo

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Deutsche Presse-Agentur

Bei der Windlotterie von Sapporo hat Michael Neumayer die große Chance auf den ersten Podestplatz in dieser Saison verspielt.

Während der einmal mehr überragende Österreicher Gregor Schlierenzauer auf der WM-Schanze von 2007 seinen 19. Weltcupsieg feierte, fiel Neumayer im Finale vom vierten auf den elften Platz zurück. „Mich hat's nicht tragen wollen, schade“, sagte der enttäuschte Berchtesgadener nach einem Hüpfer auf 102,5 Meter. Hinter Schlierenzauer machten Olympiasieger Thomas Morgenstern und Vierschanzentournee-Sieger Wolfgang Loitzl den Dreifach-Triumph für Österreich perfekt.

In Abwesenheit einer Reihe von Top-Springern, darunter Martin Schmitt und Michael Uhrmann, lag Neumayer mit einem Sprung auf 118 Meter zur Halbzeit auf dem verheißungsvollen vierten Rang. „Im letzten Flugdrittel war etwas wenig Wind, aber ich bin zufrieden. Man muss hier schon sauber springen, das ist mir einigermaßen gelungen“, befand der 30-Jährige. Doch im zweiten Durchgang stürzte der Bayer bei extrem schwierigen Windbedingungen regelrecht ab. „Wenn man auf dieser Schanze nicht gut springt, verliert man viele Meter“, resümierte Neumayer, der nach einer Grippe zuletzt pausiert hatte.

Julian Musiol aus Zella-Mehlis kam mit Sprüngen von 90,5 und 107 Metern auf Rang 22 und feierte damit sein bisher bestes Weltcup- Ergebnis. „Mein Ziel war es, hier Punkte zu machen. Das habe ich erreicht, auch wenn die Sprünge nicht so schön waren“, sagte Musiol. Maximilian Mechler (Isny) wurde 23., Junioren-Weltmeister Andreas Wank (Oberhof) 27. „Es war ein durchwachsener Wettkampf. Das Grundziel, dass alle ins Finale kommen, wurde erreicht. Aber technisch gibt es noch einiges zu tun“, bilanzierte Co-Trainer Christian Winkler, der Chefcoach Werner Schuster in Japan vertritt.

Gänzlich unbeeindruckt vom Wind-Chaos zeigte sich Schlierenzauer, der die Konkurrenz mit 133 und 120,5 Metern deklassierte. 36,4 Punkte betrug sein Vorsprung auf Morgenstern, der auf 112 und 123,5 Meter kam. „Dieser Sieg fühlt sich sensationell an. Es war ein schwieriger Wettkampf, bei dem ich der Glückliche war. Jetzt werden wir ein bisschen feiern, denn ein Dreifach-Sieg kommt nicht alle Tage vor“, sagte Schlierenzauer.

Mit dem siebten Saisonsieg baute der 19-Jährige seine Führung in der Weltcup-Gesamtwertung mit 1420 Punkten vor dem Schweizer Simon Ammann (1248), der nur Siebter wurde, weiter aus. „Ich hatte ziemliches Pech, mich hat es überhaupt nicht getragen. Aber ich muss das so hinnehmen“, sagte Ammann.

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