Schlierenzauer begeistert die Skisprung-Welt

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Deutsche Presse-Agentur

Vor drei Jahren hat er seine Idole noch am Fernseher bewundert, nun ist er ihnen in seinem dritten Weltcup-Winter davongeflogen. Gregor Schlierenzauer begeistert und dominiert die Skisprung-Welt, die dem erst 19-Jährigen nach seinem ersten Triumph im Gesamt-Weltcup mehr denn je offen steht.

„Der Erfolg bedeutet sehr viel für mich. Es ist lässig, wenn man weiß, man ist der Beste. Aber es gibt immer etwas zu verbessern. Ich werde weiter hart arbeiten“, sagte Schlierenzauer.

„So einen Springer findet man nicht, der passiert einfach.“ Diesen Satz hat man in den vergangenen Jahren immer wieder aus dem Munde der Experten gehört. Der begeisterte Poker-Spieler Schlierenzauer, der als weitere Hobbys Surfen, Musik und Kochen angibt, lebt immer noch einen Traum, aus dem ihn niemand erweckt. 23 Weltcup-Siege hat er in seiner jungen Karriere bereits gefeiert, nur zwei weniger als Österreichs Rekordhalter Andreas Felder und fünf weniger als Martin Schmitt. Der 31-Jährige traut Schlierenzauer in Zukunft nicht als Einziger weitere Höhenflüge zu. „Er wird sich über Jahre in der Spitze festbeißen“, prophezeite Schmitt.

Schlierenzauers Erfolgs-Statistik ist schon jetzt erstklassig. Im Vorjahr wurde er Skiflug-Weltmeister im Einzel und mit dem Team, 2007 und 2009 gewann er mit Österreich bei der WM jeweils Mannschafts- Gold. In Liberec holte er vor wenigen Wochen zudem Silber auf der Normalschanze. In dieser Saison hat er mit 12 Siegen zu Rekordhalter Janne Ahonen (Finnland) aufgeschlossen und kann diesen beim Weltcup- Finale am Wochenende in Planica noch übertrumpfen. Insgesamt 19 Podestplätze in einer Saison bedeuten ebenfalls Rekord. Bei seinen bisher 69 Weltcup-Starts stand er 40 Mal auf dem Podium und konnte lediglich dreimal nicht punkten.

Der Weg in die Weltspitze war für den Jungen einer sportbegeisterten Familie zeitig vorgegeben. Aufopferungsvoll unterstützt von seinem Vater Paul, einem ehemaligen alpinen Jugendmeister Österreichs, und gefördert von seinem prominenten Onkel Markus Prock, dem mehrfachen Rodel-Weltmeister, entwickelte Schlierenzauer schon frühzeitig einen unglaublichen Ehrgeiz. „Er wollte immer noch mehr, ist bei den Trainern vorstellig geworden, um die Arbeit noch zu intensivieren“, erzählte Prock vor zwei Jahren, als sein von ihm gemanagter Neffe den Durchbruch in die Weltspitze schaffte.

Aus seiner eigenen sportlichen Laufbahn konnte Prock dem jugendlich unbekümmerten Überflieger wichtige Leitsätze auf den Weg geben, die Schlierenzauer verinnerlicht hat. „Genieße, wenn du auf dem Stockerl stehst, aber wenn du runter steigst, stehst du wieder im Dreck“ und „Wenn du oben Champagner spritzt, arbeiten die anderen bereits wieder“, lauten zwei Empfehlungen, die der einstige Rodel- Star weitergegeben hat und nach denen sich der Skispringer weitgehend richtet. Schon deshalb hat Prock keine Bedenken, dass der Erfolg dem Jungen den Kopf verdreht. Zumal Schlierenzauer seinen Sport in vollen Zügen genießt: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, vor einer großen Kulisse zu springen und die Hymne zu hören“.

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