Schalke quält Torwartfrage vor Hit gegen Bayern

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Schalke-Coach
Trainer David Wagner muss sich Gedanken über die Torwartfrage machen. (Foto: Marcel Kusch / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Carsten Lappe und Klaus Bergmann

David Wagner und Hansi Flick sehnen sich nach einem sportlichen Wettstreit ohne Ruhestörungen.

Neben der bangen Frage beider Clubs nach möglichen Konsequenzen im Fall weiterer Fan-Entgleisungen hat vor allem Wagner noch ein Problem: Vor dem Pokal-Viertelfinale am Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) gegen die gerade bärenstarken Bayern muss der Schalker Fußball-Lehrer die brisante Torwartfrage klären, bei der er eigentlich nur verlieren kann.

Wagner hat die Wahl zwischen dem nervlich schwer angeschlagenen künftigen Bayern-Keeper Alexander Nübel und Markus Schubert, der zuletzt in der Bundesliga beim 0:5 in München patzte. Entsprechend unwohl schien sich Wagner am Montag zu fühlen. Das Problem hätte er wohl am liebsten einfach zur Seite geschoben.

„Ich möchte die Thematik hier heute nicht anschneiden. Ich werde vor dem Training erst mit beiden Torhütern darüber sprechen“, sagte Wagner. Sein Münchner Kollege Flick konnte aus der Ferne entspannt beobachten, wie Wagner mit dieser kniffligen Situation umgeht. Ein mögliches Duell Manuel Neuer (33) kontra Nübel (23), der im Sommer ablösefrei nach München wechselt, tangiere einen „absoluten Profi“ wie Neuer nicht besonders, versicherte Flick gelassen.

Die Tendenz auf Schalke scheint zum erneuten Wechsel im Tor zu gehen. Wagner bestätigte, wie angeschlagen Nübel nicht nur wegen seines erneuten Patzers beim 0:3 gegen den 1. FC Köln, sondern vor allem auch wegen der Pfiffe der eigenen Fans gegen ihn sei. „Es ist mehr oder minder selbsterklärend, wie es ihm geht“, sagte Wagner: „Da sind alle Worte zu viel, weil das so eindeutig ist.“

Das Risiko, den gerade erst wieder von einer Verletzung genesenen Schubert (21) nach seinen Fehlern in München gegen den aktuell in Topform aufspielenden FC Bayern zu bringen, scheint indes genauso groß. Hinzu kommt: Nimmt er Nübel nun gegen seinen künftigen Club aus dem Kasten, wäre dieser auch wegen seines schweren Stands bei den Fans wohl erst einmal verbrannt.

Auf einen FC Bayern mit halber Kraft dürfen Schalke, Wagner und der Torhüter, der am Ende auflaufen wird, kaum hoffen. „Das Gesamtpaket stimmt. Ein Nachlassen gibt es nicht“, kündigte Flick nach dem 3:0 in der Champions League beim FC Chelsea und dem 6:0 in der Bundesliga in Hoffenheim am Montag entschlossen an.

Die Bayern kommen für die seit sechs Ligaspielen sieglosen Schalker zur Unzeit. „Das ist eine Ausgangssituation, die alles andere als angenehm ist“, bekannte Wagner: „Die Rollen sind klar verteilt. Und trotzdem weißt du nie, wie so ein Spiel ausgeht. Wenn Bayern München, dann im Pokal und zu Hause.“

Wenn es denn bei einem sportlichen Wettstreit bleibt. „Ich hoffe einfach, dass sich das wirklich auf den Fußball konzentriert“, sagte Flick nach dem Eklat um die Beleidigungen von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp, die am Wochenende beinahe zu einem Spielabbruch geführt hatten. Beide Clubs wollen sich noch vor dem Pokalhit mit der Frage beschäftigen, wie im Fall weiterer Schmähungen verfahren wird. Schalkes Vorstand hatte am Wochenende den sofortigen Spielabbruch in vergleichbaren Situationen angekündigt.

„Ich find's gut“, sagte Wagner dazu. Schalker Fans hatten sich bislang mit Beleidigungen von Hopp zurückgehalten. Dafür hatte es im Pokal-Achtelfinale gegen Hertha BSC Wirbel um rassistische Rufe einzelner Zuschauer gegeben, von den Berlins Jordan Torunarigha berichtete hatte. Die Gemengelage beim Pokal-Hit ist also brisant - auf und neben dem Platz.

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