Sanktionen gegen gedopte Russen Ende März

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Deutsche Presse-Agentur

Die endgültige Entscheidung über die Strafen gegen die drei des Dopings überführten russischen Biathleten Dmitri Jaroschenko, Jekaterina Jurjewa und Albina Achatowa fällt frühestens Ende März.

Das gab Anders Besseberg, der Präsident der Internationalen Biathlon-Union (IBU) am Rande der WM im südkoreanischen Pyeongchang bekannt. „Wir hätten lieber eine frühere Entscheidung gehabt, doch unser Hearing Panel kann erst aktiv werden, wenn wir die rund 200 Seiten umfassenden Dokumentationen aus den Laboratorien in der Hand haben“, erklärte der IBU-Präsident. Bisher liegen die Unterlagen dem Weltverband noch nicht vor.

Die Kommission hat maximal 30 Tage Zeit, um einen Termin für die Anhörung der Athleten anzusetzen. Um einen fairen Prozess zu gewährleisten, wird allen Beteiligten ausreichend Zeit gegeben, die Labor-Unterlagen zu studieren.

Inzwischen hat der neue russische Verbandspräsident Michail Prokhorow, der mit einem geschätzten Vermögen von 14,1 Milliarden Dollar als reichster Mann Russlands gilt, in einem Schreiben ans IBU-Präsidium lückenlose Aufklärung der Hintergründe der insgesamt sechs positiven Dopingproben sowie strenge Bestrafungen angekündigt. Von Jaroschenko gibt es drei positive Tests, von Jurjewa zwei und einen von Achatowa. „Seine Unterstützung ist uns enorm wichtig. Wir hoffen, so nicht nur die Hintergründe sondern auch die Hintermänner zu erfahren“, sagte Besseberg.

Der Norweger sagte, dass die von insgesamt 23 Nationen - darunter bis auf Russland alle führenden Nationen - erhobenen Forderungen zur Verschärfung der Doping-Sanktionen ernst genommen würden. „Sie unterstützen damit unsere Linie der konsequenten Antidoping-Arbeit“, schätzte er ein. Zudem kündigte er an, dass beim nächsten IBU-Kongress auch über lebenslange Sperren gegen des Blutdopings überführte Athleten sowie gegen in Doping-Praktiken verstrickte Mediziner, Trainer, Betreuer und Funktionäre beraten würde. Dabei müssen aber auch die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) berücksichtigt werden.

Weitere Forderungen der 23 nationalen Verbände waren die Reduzierung der Weltcup-Startplätze für Länder mit mehr als einem Doping-Fall, Streichung der finanziellen Zuwendungen durch den Weltverband sowie eine zweijährige Sperre für die Ausrichtung von IBU-Veranstaltungen.

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