Russlands Biathleten erwägen Boykott und Klage

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Deutsche Presse-Agentur

Nach dem chaotischen Verfolgungsrennen bei der Biathlon-WM in Südkorea erwägt der russische Skijäger Maxim Tschudow, die Siegerehrung im südkoreanischen Pyeongchang zu boykottieren.

Tschudow war beim Rennen über 12,5 Kilometer durch eine Jury zunächst zum Sieger erklärt worden, dann aber von einer Berufungs-Instanz auf den zweiten Platz gesetzt worden. „Dass die Regelverstöße von Wettkämpfern folgenlos bleiben, ist für mich völlig unverständlich“, sagte er dem Internetportal „allsport.ru“. Er spielte damit auf den zum Sieger erklärten Norweger Ole Einar Björndalen an, der in der ersten Runde wie elf andere Läufer einen falschen Weg gewählt hatte.

Björndalen gewann vor Tschudow und seinem Landsmann Alexander Os. Er war zunächst mit einer 60-Sekunden-Zeitstrafe belegt worden und rutschte hinter Tschudow und Os auf Platz drei. Nach einem erfolgreichen Protest wurde die ursprüngliche Reihenfolge wieder gewertet.

Tschudow nannte die Entscheidung der Jury „einen Präzedenzfall“. Er sei noch unentschlossen, ob er unter diesen Umständen seine Medaille persönlich entgegennehme. „Die Situation ist für mich sehr unangenehm, aber am Einzelrennen der Männer über 20 Kilometer werde ich an diesem Dienstag auf jeden Fall teilnehmen“, betonte Tschudow. Ein Sprecher des russischen Teams sagte „allsport.ru“, der Biathlon-Verband in Moskau prüfe eine Klage gegen das Urteil der Jury beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne.

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