Russland kürzt Budget für Winterspiele 2014

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Deutsche Presse-Agentur

Inmitten der Finanzkrise hat Russland das Budget für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi erneut gekürzt.

Von den für dieses Jahr veranschlagten 49,8 Milliarden Rubel (rund eine Milliarde Euro) würden zwei Drittel gestrichen, sagte Regionalminister Viktor Bassargin vor Journalisten in Moskau. Als Hauptgrund nannte er „Überschüsse aus dem Vorjahr“, mit denen die Lücke von 33,2 Milliarden Rubel geschlossen werde. Vize-Regierungschef Dmitri Kosak räumte ein, dass auch die Finanzkrise die Olympiaplaner „schmerzvoll“ treffe. Erst vor wenigen Tagen hatte er eine Kürzung des Gesamtbudgets für Sotschi um 15 Prozent angekündigt.

Kosak nannte die Bauarbeiten in dem Schwarzmeer-Kurort ungeachtet der wiederholten Kritik des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) „voll im Zeitplan“. Es bleibe „natürlich viel zu tun“, sagte der Vize-Regierungschef. Die Ausrichtung der Winterspiele sei „eine der größten logistischen Herausforderungen in der Geschichte“ des Landes. Nach Angaben von Bassargin gab Moskau bisher 72 Milliarden Rubel für die Olympia-Vorbereitung aus. Seit längerem wird spekuliert, dass sich das zu erwartende Haushaltsdefizit in Russland auf Sotschi auswirken könnte. Die Kosten gelten als besonders hoch, weil hier fast alle Sportstätten erst gebaut werden müssen.

Russlands größter Ölförderer Rosneft gab bekannt, mit 180 Millionen US-Dollar (140 Millionen Euro) als Sponsor der Spiele einzusteigen. Olympia-Cheforganisator Dmitri Tschernischenko sagte dazu, das Engagement des Staatskonzerns zeige, dass „russische Unternehmer auch in der Krise nicht ihre soziale Verantwortung vergessen“ würden. Regierungschef Wladimir Putin kündigte Sotschi als „Fest für die ganze russische Nation“ an. Der Ex-Kremlchef leitete am Dienstag die erste Sitzung eines Präsidentenrates für die Vorbereitung der Spiele. Dabei appellierte er an die Mitglieder des Gremiums, alles zum Gelingen des Prestigeprojekts zu tun. Dem Rat gehören unter anderem Finanzminister Aleksej Kudrin und Sportminister Witali Mutko an.

Mit der Sitzung des Rates wurde gleichzeitig in Zusammenarbeit mit der russischen Staatsagentur RIA Nowosti ein modernes Medienzentrum für die Spiele eröffnet. Auf Flachbildfernsehern mit Touchscreen, Panoramafotos und einem großen Gips-Relief des Austragungsortes von 2014 sind die geplanten Sportstätten als Animation zu sehen. Zudem laufen auf den in den russischen Nationalfarben Rot, Weiß und Blau gestrichenen Wänden Sportnachrichten auf digitalen Laufbändern. Sotschi war zuletzt durch Medienberichte über vermeintliche Termin- und Geldnöte sowie durch wiederholte Anschläge mit Toten und Verletzten in der Region in die Negativschlagzeilen geraten.

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