Russland festigt mit 2:0 Platz zwei

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Deutsche Presse-Agentur

Berti Vogts konnte der deutschen Fußball-Nationalelf nicht die erhoffte Schützenhilfe leisten.

Zwar zog sich das vom früheren Bundestrainer betreute Team Aserbaidschans beim 0:2 in Moskau gegen Russland achtbar aus der Affäre, konnte aber nicht verhindern, dass die Gastgeber hartnäckigste Widersacher der DFB-Elf im Kampf um die direkte Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika bleiben. Vogts sieht aber die Löw-Elf im Kampf um den Gruppensieg im Vorteil. „Deutschland hat daheim gegen Russland gewonnen und in Moskau stets gut gespielt“, sagte der 62-Jährige. Und ergänzte: „Am Ende werden sich beide für die WM qualifizieren.“

Vogts sieht sein in der Gruppe 4 weiter sieg- und torloses Team dennoch auf einem guten Weg. „In drei, vier Jahren“ erwartet er die Nationalelf der Kaukasus-Republik in Europas Fußball-Mittelklasse. Auch gegen die starken Russen hielt sie gut mit - und heimste vom deutschen Coach ein Lob ein. „Die Spieler haben alles gegeben. Aserbaidschan ist auf einem guten Weg, Anschluss an den europäischen Fußball zu finden“, meinte der seit einem Jahr in Baku tätige Vogts. Russlands Coach Guus Hiddink freute sich über Tore von Roman Pawljutschenko (32.) und Konstantin Zyrianow (71.), war mit der Mannschaftsleistung aber unzufrieden. „Die drei Punkte sind gut, aber wir müssen spielerisch zulegen“, kritisierte der Niederländer.

Bei der „Sbornaja“, die am 1. April in Liechtenstein antritt, war auf dem Kunstrasen des Luschniki-Stadions vom Power-Fußball der EURO 2008 nichts zu sehen. Vor allem Stürmerstar Andrej Arschawin (FC Arsenal) blieb vor 65 000 Besuchern blass. So musste beim Führungstor per Freistoß ein Torwartfehler helfen. Beim 2:0 durch Zyrianow, dem besten Spieler auf dem Platz, hatte die Vogts-Elf schon kräftemäßig abgebaut. Der Ex-Nürnberger Iwan Saenko saß bei den Russen, die den zweiten Gruppenplatz hinter Deutschland festigten, nur auf der Bank.

„Mit dem Spiel gegen Deutschland im Oktober beschäftige ich mich noch nicht“, sagte Hiddink nach seinem ersten Länderspiel in Doppel-Funktion als Coach der Russen und des englischen Topclubs FC Chelsea. Der zwischen Moskau und London hin und her fliegende Holländer will bis zum „Gruppen-Finale“ keine Punkte gegen leichtere Gegner verlieren. „Wenn wir in den nächsten Monaten konzentrierter spielen als gegen Aserbaidschan, können wir Druck auf Deutschland ausüben.“

Aserbaidschan belegt nach vier Spielen sieglos mit 0:4 Toren den vorletzten Gruppenplatz. Trotzdem wertet Vogts sein erstes Jahr in der ölreichen Republik als Erfolg. „Wir haben mittlerweile eine Fußballschule und viele Talente. Das Land ist im Aufbruch“, schwärmt der Europameister von 1996. Und die Trainer-Tätigkeit in Baku sei für ihn mehr als ein Job: „Ich habe in Aserbaidschan eine Mission.“

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