Russen Eistanz-Europameister - Dytrt schwach

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Deutsche Presse-Agentur

Verdientes Eistanz-Gold für Russland, ein enttäuschender zwölfter Platz der Oberstdorferin Annette Dytrt und eine hoffnungsvolle Premiere der jungen Geschwister Hermann bestimmten den vorletzten Tag der Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Helsinki.

Zu Klängen des Komponisten Niccolo Paganini überzeugten Jana Chochlowa/Sergej Nowizki und erhielten 196,91 Punkte sowie 30 000 Dollar (23 000 Euro) Preisgeld. Silber ging an die Italiener Faiella/Massimo Scali (186,17) vor den Geschwistern Sinead und John Kerr aus Großbritannien (185,20).

Die deutschen Meister Carolina und Daniel Hermann (Dortmund/146,00) tanzten mit einem schwungvollen Programm zur Musik des Films „Die Maske“ auf einen respektablen zwölften Rang. „Das freut uns total, jetzt geht es nach Los Angeles zur Weltmeisterschaft“, jubelte die 21-Jährige, die damit locker die WM-Vorgabe mit Platz 15 erreicht hatte. Zwar hatten die Westfalen Probleme bei einem gedrehten Twizzle, der Gesamteindruck der Einsteiger auf internationalem Parkett glückte aber besser als erhofft. „Ich habe zu viel nachgedacht“, gab der ein Jahr ältere Bruder zu, „aber das kommt vor. Alles in allem war das ein Rieseneinstieg“.

Auch Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), freute sich über die jungen Tänzer, die sich an die europäische Spitze herangearbeitet haben: „Sie haben das bravourös gemeistert.“ Nicht so begeistert war er von der Vorstellung der fünfmaligen deutsche Meisterin Dytrt, die nicht das zeigte, was sie kann. „Natürlich kann Annette noch weiter nach vorn in der Kür, aber dann muss sie richtig kämpfen“, forderte Dönsdorf. Mit einer Platzierung in den Top Ten würde die gebürtige Tschechin zwei deutsche Startplätze bei der EM 2010 in Tallinn/Estland sichern.

„Ich habe Leichtsinnsfehler gemacht“, sagte die Wahl- Oberstdorferin und ärgerte sich über ihren Auftritt in der Hartwall Arena. Gleich zu Beginn der Vorführung zu Peter Gabriels „When the feeling begins“ stand die in rostbraunes Tuch gekleidete 25-Jährige eine Kombination aus Dreifach-Flip/Doppel-Toeloop ohne Wackler. Doch danach landete sie den dreifachen Salchow nur mit Mühe und kam beim Doppel-Axel mit beiden Füßen auf. Das Preisgericht gab ihr nur 44,06 Punkte.

„Sie hat das Potenzial für die europäische Spitze, aber ich bin kein Trainer, der sofort alles verändert. Der Erfolg kommt selten in der ersten Saison.“ Den beiden läuft jedoch ein wenig die Zeit davon, denn Dytrt will sich im nächsten Jahr für die Olympischen Winterspiele in qualifizieren. Eine Hilfe auf dem Weg nach Vancouver könnte Mentaltrainerin Petra Weber sein, die auch in Finnland zur Unterstützung dabei ist.

Die Führung übernahm die Finnin Laura Lepistö (56,62) vor ihrer Teamkameradin Susanna Pöykiö (56,06) und der zweimaligen Titelträgerin Carolina Kostner (51,36). Die 21 Jahre alte Italienerin, die in Oberstdorf lebt und trainiert, verpasste den Absprung zum Lutz, hat aber noch Chancen, in der Kür aufzuholen.

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