Rummenigge gratuliert Kahn, Assauer zweifelt

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Deutsche Presse-Agentur

„Ich kann Schalke zu dieser Wahl nur gratulieren. Das könnte passen“, kommentierte Karl- Heinz Rummenigge das Werben des Revierclubs um die Dienste des ehemaligen Nationaltorhüters Kahn. Anders als der Bayern-Chef hält Rudi Assauer von diesen Plänen wenig. „Der Club ist sportlich zuletzt dermaßen aus den Fugen geraten, dass er eigentlich einen Meister oder mindestens Gesellen und keinen Lehrling braucht. Das spricht gegen Kahn. Er hat ja überhaupt noch keine Erfahrung in dem Job“, sagte der einstige Schalke-Manager in der „Bild am Sonntag“.

Vier Tage nach dem Sondierungsgespräch des Schalker Aufsichtsrats- Chefs Clemens Tönnies mit dem langjährigen Bayern-Kapitän, der seine Spieler-Karriere im vergangenen Sommer in München beendet hatte, hält die kontroverse Diskussion zum Thema an. Bei der Frage nach der Eignung von Kahn als neuem starken Mann beim kriselnden Revierclub verblüffte Franz Beckenbauer einmal mehr mit einem plötzlichen Sinneswandel. Nur wenige Tage nachdem er dem „Titan“ abgeraten hatte, gewann der Münchner Vereinspräsident der Sache nun doch positive Seiten ab: „Vielleicht ist es für ihn von Vorteil, wenn er mal woanders hingeht und dann später zum FC Bayern zurückkommt.“

Anders als noch vor Monaten spielt der langjährige Bayern-Torhüter in München bei der Suche nach einem Nachfolger für den am Jahresende scheidenden Manager Uli Hoeneß zumindest akut wohl keine Rolle mehr. Der 57 Jahre alte Hoeneß soll nach Auslaufen seines Vertrages aus dem Vorstand der FC Bayern München AG ausscheiden und Beckenbauer als Vereinspräsident und Aufsichtsrats-Chef ablösen. Die fehlende Erfahrung von Kahn im Management-Bereich schreckt alle Beteiligten offenbar davon ab, den derzeitigen Fußball-Ruheständler mit der Führung des deutschen Branchenführers zu betrauen.

Die Nachricht, dass der Novize nun vielleicht die Chance erhält, bei einem Liga-Konkurrenten zu reifen, ließ Hoeneß nur vordergründig kalt: „Wir werden einen Teufel tun und das kommentieren“, sagte der Noch-Manager, konnte sich aber eine Wertung doch nicht verkneifen. „Wenn er jetzt in Schalke unterschreiben würde, wäre das ja nicht für 100 Jahre, sondern für drei - nehme ich mal an. Das heißt ja nicht, dass er nicht doch irgendwann zu Bayern kommen könnte.“

Trotz aller Polemik traut auch Assauer dem umworbenen Kahn einen erfolgreichen Einstieg in das neue Berufsfeld zu. „Er kann es auf Schalke packen. Allerdings braucht besonders er den schnellen Erfolg. Weil Oliver von den 'verhassten' Bayern kommt. Und weil viele Anhänger immer noch ganz tief in der Birne haben, dass er uns 2001 den Titel in der letzten Sekunde weggeschnappt hat.“

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