Horn nach Heimniederlage: „Geht mir tierisch auf die Nerven“

1. FC Köln - VfB Stuttgart
Stuttgarts Torschütze Sasa Kalajdzic (l) jubelt mit Mannschaftskamerad Marc Oliver Kempf über seinen Treffer. (Foto: Rolf Vennenbernd / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Holger Schmidt

Timo Horn war richtig verärgert. „Das geht mir tierisch auf die Nerven“, schimpfte der Torhüter des 1. FC Köln nach der 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart und brachte das Dilemma der Kölner auf den Punkt: „Nur, wenn man Tore schießt, kann man auch gewinnen.“

Mittelfeldspieler Salih Özcan setzte die logische Kette fort. „Wir müssen Abschlüsse suchen. Nur so kann man Tore machen.“

Özcan hatte nach seiner Einwechslung den Abschluss gesucht und in der 77. Minute die Latte getroffen. Es war der einzige Schuss der Kölner, der aufs Tor kam. „Wir sind nach vorne viel zu harmlos“, sagte Marius Wolf: „Das müssen wir uns ankreiden.“ Dass die Kölner gegen ebenfalls keineswegs zaubernde Schwaben auch noch durch ein Standard-Tor verloren - Sasa Kalajdzic verwertete einen Freistoß von Borna Sosa zu seinem zehnten Saisontor (49.) - war quasi die Krönung. „Das hatten wir extra noch angesprochen vor dem Spiel“, sagte Wolf.

So stand am Ende die siebte Niederlage im elften Heimspiel der Saison. Und gegen den VfB haben die Kölner ebenfalls einen echten Heimkomplex entwickelt. Zum elften Mal seit dem Jahr 2000 blieben sie im eigenen Stadion ohne Sieg gegen die Schwaben. Für die diese elf Auswärtsspiele ohne Niederlage gegen einen Gegner umgekehrt einen Vereinsrekord bedeuten. Und mit nun elf Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz dürfte sich der VfB auch der letzten theoretischen Zweifel am Klassenverbleib entledigt haben.

Trainer Pellegrino Matarazzo, der unter der Woche seinen Vertrag bis 2024 verlängert hatte, wollte das Thema aber noch nicht abschließen. Das werde er erst tun, „wenn es mathematisch kaum noch möglich ist“, sagte der 43 Jahre alte Diplom-Mathematiker. Dennoch stellte Matarazzo zufrieden fest: „Die drei Punkte tun uns gut. Und die Null tut uns auch gut.“

Der FC hat derweil nur noch drei Punkte Abstand zum 16. Bielefeld, der zudem noch ein Nachholspiel hat. Und sogar der Vorletzte Mainz ist nur noch vier Punkte weg. Nächste Woche könnte es nur noch einer sein, wenn die Mainzer Augsburg empfangen und die Kölner beim FC Bayern München antreten müssen.

Trainer Markus Gisdol kämpft aber dagegen an, die Lage zu dramatisieren. „Es wird in einem solchen Feld immer bis zum 34. Spieltag knallhart und eng sein“, sagte er: „Es wird ein Auf und Ab geben. Und die, die zum Schluss am klarsten sind und eng zusammenstehen, werden durchgehen.“

Gerade deshalb ärgerte ihn auch die Körpersprache von Winter-Neuzugang Emmanuel Dennis, der als Alleinunterhalter in der Offensive seiner Unzufriedenheit mit den Zuspielen der Mitspieler einige Male Ausdruck verlieh. „Das ist eine Körpersprache, die uns nicht gefällt“, mahnte Gisdol: „Das tut uns als Team nicht gut. Da werden wir schon drüber sprechen.“

© dpa-infocom, dpa:210220-99-524147/3

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