Rothenbaum-Tennis: ATP-Boss gesprächsbereit

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Deutsche Presse-Agentur

Handschlag und Gespräche statt Streit und Millionen-Prozesse: Im Kampf um den Masters-Status des Tennisturniers am Hamburger Rothenbaum wollen die verkrachten Parteien es noch einmal mit einer außergerichtlichen Einigung versuchen.

Der neue ATP- Präsident Adam Helfant kündigte am Rande der Australian Open in Melbourne an, sich mit dem Präsidenten des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Georg von Waldenfels, schon bald an einen Tisch zu setzen. „Ich habe ihm letzte Woche zu seiner neuen Aufgabe gratuliert und ihm ein Vieraugengespräch angeboten“, sagte von Waldenfels der Deutschen Presse-Agentur dpa - und betonte, dass auch Helfant offenbar den starken Willen zu einer tragbaren Lösung habe.

„Ich bin offen für Gespräche mit dem DTB und werde mir die Argumente anhören“, sagte Helfant dem „Hamburger Abendblatt“. Er wünsche sich ein gutes Verhältnis mit dem deutschen Verband, denn „Deutschland ist für uns ein wichtiger Markt“. Das Treffen könnte nach dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in „down under“ schon bald stattfinden, zumal der Amerikaner seinen Amtssitz in London hat.

Dort residierte auch Helfants Vorgänger Etienne de Villiers, der für den umstrittenen neuen Turnierkalender verantwortlich zeichnet. Die Sandplatz-Veranstaltung am Rothenbaum war aus dem Konzert der großen Masters-Turniere verbannt worden und wird vom 20. bis 26. Juli erstmals als sogenanntes 500er-Turnier in der zweiten Kategorie stattfinden. Dagegen klagt der DTB - auf der anderen Seite aber auch darum, zumindest angemessen entschädigt zu werden. In erster Instanz ging der Prozess in den USA verloren; die Berufung soll im Frühjahr entschieden werden. Ein erster Vergleichs-Versuch war gescheitert.

Am Rothenbaum schwingt Michael Stich als neuer Turnierdirektor das Zepter. Mit seiner Vermarktungsagentur fungiert er als Ausrichter und trägt das finanzielle Risiko. Neue Geldgeber hat der Wimbledonsieger zwar noch nicht gewonnen, aber „ich hoffe, wir können in den nächsten zwei, drei Wochen was vermelden. Jede Woche, die wir verlieren, erhöht den Druck“, sagte der 40-Jährige der „Bild“-Zeitung.

Das gewohnte Weltklassefeld wird er in diesem Sommer nicht bieten können. Doch Stars auf dem roten Sand seien dennoch garantiert. „Wir haben die Zusage der ATP, dass wir zwei Spieler aus den Top sechs plus zwei weitere aus den Top zwölf bekommen.“ Sogar einen Start von Rafael Nadal hält Stich für möglich. Der Weltranglisten-Erste aus Spanien „hat den Rothenbaum 2009 in seinem Kalender“, erklärte Stich.

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