Rodler bei Olympia-Generalprobe auf Tempojagd

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Knapp ein Jahr vor den Winterspielen starten die deutschen Rodel-Asse im kanadischen Whistler die Tempojagd auf das Fernziel Olympia-Gold.

„Ich muss schon jetzt am Wochenende zeigen, dass ich ganz vorne mit dabei sein kann“, sagte der zweimalige Weltmeister Felix Loch vor dem letzten Rennen der Saison, bei dem er sich auf das Großereignis im kommenden Winter einstimmt. Zwei Wochen nach seiner WM-Titelverteidigung will der 19- Jährige aus Berchtesgaden auf der Hochgeschwindigkeitsbahn einen weiteren Coup landen: „Es wäre jetzt einfach mal schön, wenn es mit dem ersten Weltcup-Sieg klappen würde.“

An die neuen Eisrinne, auf der Rekordgeschwindigkeiten von rund 150 km/h erwartet werden, hat Loch keine guten Erinnerungen. „Ich habe einen Fahrfehler gemacht und bin mit der Schulter gegen die Bande geknallt“, meinte er im Rückblick auf die Trainingswoche auf der Olympia-Bahn vor Saisonbeginn. Doppelter Bänderriss in der Schulter - Loch musste eine Zwangspause einlegen. Seit Anfang Januar ist der deutsche Hoffnungsträger aber stärker denn je zurück in der Weltspitze. „Der Sturz ist abgehakt“, versicherte Loch vor der Olympia-Generalprobe.

Nur noch Formsache bei satten 85 Punkten Vorsprung scheint der erneute Weltcup-Gesamtsieg für Tatjana Hüfner zu sein, auch für die 25-Jährige steht das Wochenende deshalb bereits ganz im Zeichen von Olympia. „Hier ist jede Fahrt sehr wichtig. Nächstes Jahr will ich hier ganz oben stehen“, hatte die Oberwiesenthalerin vor zwei Wochen nach ihrer verpatzten WM gesagt. Ihr Traum ist Olympia-Gold. Die Dauer-Zweite Natalie Geisenberger freut sich auf die rasante Bahn von Whistler: „Das ist ein traumhaft schöner Eiskanal.“

Die wahrscheinlich schnellste Kunsteisbahn der Welt hat auch ihre Tücken: Bei der Trainingswoche im Herbst gab es viele Stürze, im März blieb auch der zweimalige Weltmeister David Möller davon nicht verschont. „Er hatte Brandwunden und überall Prellungen. Wahnsinn, wie der ausgeschaut hat“, erinnert sich Ex-Bundestrainer Thomas Schwab. Auch für Möller, der mit einem Kreuzbandriss im Knie an den Start geht, zählt am Ende einer alles andere als befriedigenden Saison nur Olympia: „Das ist ein ganz, ganz wichtiger Test. Ich will Spaß haben und hoffe, dass mir ein schöner Abschluss gelingt.“

Der Olympia-Countdown läuft auch für die Doppelsitzer. „Hier muss man sich jedes Detail hart erarbeiten“, meinte Torsten Wustlich, der mit André Florschütz 2006 Olympia-Silber holte. Die in dieser Saison enttäuschenden Patric Leitner/Alexander Resch haben den erhofften perfekten Abschied im Blick. „Rein sportlich geht es fast um die goldene Ananas, aber wir wollen jeden Zentimeter der Bahn studieren, die uns 2010 noch einmal olympisches Edelmetall bringen soll.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen