Riesen-Wirbel um Djokovic: So reagiert das Internet auf die spektakuläre Disqualifikation

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Mit diesem Ende für den Titelfavoriten hatte bei den US Open zweifellos niemand gerechnet. (Foto: dpa)
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Deutsche Presse-Agentur
Lars Reinefeld und Kristina Puck

Die eh schon skurrilen US Open sind durch die Disqualifikation von Novak Djokovic um ein weiteres Kapitel reicher. In den Sozialen Medien reichen die Reaktionen von Wut über Entsetzen bis hin zur Schadenfreude.

In seinem Achtelfinale gegen den Spanier Pablo Carreno Busta hatte der Serbe am Sonntag nach einem verlorenen Aufschlagspiel im ersten Satz wütend einen Ball weggeschlagen und dabei eine Linienrichterin am Kehlkopf getroffen.

Zwar hatte Djokovic den Ball nicht mit Absicht in Richtung der Frau geschlagen, diese war aber zu Boden gegangen und hatte danach sichtlich Probleme mit der Atmung. Djokovic schien selbst völlig erschrocken über die Situation. Den Regeln entsprechend wurde er dennoch disqualifiziert.

Die Reaktionen zu dem Vorfall in den Sozialen Medien:

Der Veranstalter der US Open rechtfertigt die Disqualifikation mit Hinweis auf das Regelwerk.

Novak Djokovic selbst erklärte auf Instagram sein ehrliches Bedauern über den folgenschweren Ball.

Dennoch hat nicht jeder Verständnis für die Disqualifikation des Titelfavoriten.

Die meisten Reaktionen befürworten aber die Disqualifikation Djokovics.

Natürlich macht sich auch Schadenfreude breit, vor allem mit dem Kurz-Clip aus einem ganz speziellen Video. Es bietet sich ja auch geradezu an, einen "Reaktionen"-Tweet der beiden ärgsten Djokovic-Rivalen zu posten.

In dem legendären Video aus dem Jahr 2010 bekommen es die beiden Kumpels Roger Federer und Raphael Nadal minutenlang nicht hin, einen Aufsager für ein Charity-Duell, das "Match for Africa", gemeinsam einzusprechen.

Das Video ist längst Kult und strapaziert in der Tat die Bauchmuskeln. Was also, wenn nicht ein Auszug daraus, böte sich als "Reaktion" der beiden auf die Djokovic-Disqualifikation besser an?

Wer das ganze Original-Video sehen möchte - bitteschön! 

Unmittelbar vor Beginn der US Open hatte Djokovic mit der Gründung einer neuen Spielergewerkschaft die Branche in Aufruhr versetzt. Seine Erzrivalen Nadal und Federer machten aus der Ferne sofort ihre Ablehnung öffentlich.

Djokovic und das ewige Duell mit Nadal und Federer

Es ist das nächste Kapitel in der Auseinandersetzung der Großen Drei. Nichts wünscht sich Djokovic sehnlicher, als dass ihm die gleiche Anerkennung zuteil wird wie Nadal und Federer. Während der Spanier und der Schweizer weltweit verehrt werden, wirkt Djokovic meist wie das fünfte Rad am Wagen. Als „ungeliebten Giganten der Großen Drei“, hat die „Süddeutsche Zeitung“ Djokovic in ihrem Podcast einst bezeichnet.

Niemand kann es sich leisten, während eines Grand Slams den Fokus zu verlieren.

Patrick Mouratoglou

Im Streben nach Zuneigung, Akzeptanz und Ruhm scheint sich Djokovic nun verzettelt zu haben. „Ich habe das Gefühl, dass Novak zu viel auf seinem Teller hatte. Zu versuchen, die US Open zu gewinnen, ist bereits eine große Sache. Diese Spieler-Organisation zu starten und eine Kampagne zu führen, um Spieler davon zu überzeugen ist ein Full-Time-Job und jede Menge Extra-Stress. Niemand kann es sich leisten, während eines Grand Slams den Fokus zu verlieren“, schrieb der in der Szene hoch anerkannte Trainer von Serena Williams, Patrick Mouratoglou, bei Twitter.

Der Makel, bei einem Grand-Slam-Turnier disqualifiziert worden zu sein, wird Djokovic sein Leben lang anhaften. Federer und Nadal gelten als Gentlemen der Tennis-Szene. Djokovic nun eher als Rüpel und als einer, der auf der Suche nach Liebe und Anerkennung die Nerven verloren hat.

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