Riesch und Neureuther suchen WM-Form

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Deutsche Presse-Agentur

Unmittelbar vor den alpinen Ski-WM in Val d'Isère wird nicht nur die neue Kandahar-Strecke in Garmisch-Partenkirchen im Weltcup eingeweiht. Die zuletzt gestrauchelten deutschen Vorzeigefahrer Maria Riesch und Felix Neureuther suchen einen Weg aus der Ausfall-Misere.

„Ich hoffe, dass es für Felix und mich gut in Garmisch läuft, dann können wir lockerer zur WM anreisen und die WM mit mehr Selbstvertrauen angehen“, sagte die zehnmalige Weltcup-Gewinnerin Maria Riesch in einem dpa-Interview.

Die WM in Frankreich vor der Brust und die Heim-Titelkämpfe in zwei Jahren im Hinterkopf ist es für die beiden Partenkirchener schon einmal ein kleiner Vorgeschmack auf den Rummel, der sie 2011 erwartet. „Der Druck wird mit Sicherheit groß sein, von daher sind schon die Rennen eigentlich schon so eine Art Generalprobe für die WM 2011“, sagte Neureuther über die Titelkämpfe, die für Riesch „ein absolutes Karriere-Highlight“ werden sollen.

Neureuther, der nach drei Nullnummern in Folge die Vorbereitung auf den Weltcup vor der Haustür umstellte, kehrt am Sonntag auf dem Gudiberg in den Slalom-Weltcup zurück. Riesch („Wahrscheinlich kennt mich jeder Torrichter. Das wird schon eine harte Nervenprobe.“) ist am Freitag im Slalom und am Samstag im Super-G an der Reihe - und das auf der neuen Kandahar, die für rund 12 Millionen Euro umgebaut wurde. Vor allem die neue Herren-Abfahrt auf der gelifteten Traditionsstrecke hat es in sich. „Es ist eine der selektivsten Strecken der Welt mit Bormio und Kitzbühel. Es gibt keine Gleitstücke mehr, keine Pausen für die Fahrer“, versprach OK-Chef Peter Fischer ein „Spektakel“.

„Da ist alles drin, eine komplette Abfahrt. Schwere technische Kurven, schnell ist sie teilweise und super Sprünge sind drin“, sagte Stephan Keppler nach dem ersten Training. Als 37. hatte er einen Rückstand von 3,27 Sekunden auf den Schnellsten, den Schweizer Didier Cuche. Bester der deutschen Speedfahrer, die alle noch nicht die WM-Norm erfüllt haben, war Peter Strodl (Partenkirchen) auf dem 26. Rang. Gar „heimelig“ fühlte sich Routinier Hermann Maier (Österreich) auf der neuen Kandahar. „Mir hat die alte sehr gut gefallen. Aber neue Sachen sind immer gut, das hält den Geist jung“, sagte der 36-Jährige.

Zwei Jahre vor den Weltmeisterschaften in der Marktgemeinde und ein Jahr vor dem Weltcup-Finale sind die Strecken fertig. Geprüft werden sie zudem noch bei der Junioren-WM in einem Monat. „Das sind für uns wichtige Tests. Gerade der Samstag mit zwei Rennen ist ein Härtetest“, sagte Fischer. Denn vor dem Super-G-Damen steigt die Abfahrt der Herren, die sich dabei über die neue steilste Stelle im alpinen Ski-Weltcup wagen. Der „freie Fall“, so der Name des Zielschusses, hat eine Neigung von bis zu 90 Prozent. Bei der Mausefalle in Kitzbühel sind es „nur“ 85.

Eine Woche nach dem schrecklichen Unfall von Daniel Albrecht auf der Kitzbüheler Streif und am 15. Jahrestag des Todes-Sturzes der Österreicherin Ulrike Maier in Garmisch wird noch mehr als sonst über das Thema Sicherheit gesprochen. „Sicherheit ist die Grundvoraussetzung. Garmisch hat immer ein hohes Sicherheitsempfinden gehabt. Durch den tragischen Unfall vor 15 Jahren sind wir vielleicht ein bisschen sensibler“, sagte Fischer. 30 Kilometer B-Netze (Auffangzäune) und 6 Kilometer A-Netze (Hochsicherheitsnetze) sollen im Falle eines Sturzes Schlimmes verhindern. Zwölf Ärzte stehen an der Strecke bereit und der Rettungshubschrauber gehört ohnehin zum Standard.

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