Riesch: Garmisch ist ein schöner Nervenkitzel

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Deutsche Presse-Agentur

Voller Spannung geht Maria Riesch beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen an den Start. Für die Skirennfahrerin ist es das erste Weltcup-Rennen zu Hause seit acht Jahren und zugleich ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu den WM 2011 an dieser Stelle.

„Diese WM ist natürlich ein absolutes Karriere-Highlight“, sagte die 24-Jährige in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Für die zehnmalige Weltcup-Siegerin sind der Slalom und der Super- G auch die letzten Vorbereitungswettkämpfe vor der am Montag beginnenden WM im französischen Val d'Isère.

Am Freitag beginnt der Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen, ein kleiner Test für die WM in zwei Jahren und die Generalprobe für diesjährige WM. Wie groß ist die Freude?

„Das ist super, dass wir mal wieder ein Rennen in Garmisch haben, unabhängig von der WM. Seit ich mein erstes Weltcup-Rennen dort 2001 gefahren bin, bin ich nie wieder da gefahren, obwohl ich schon lange im Weltcup dabei bin. Daher freue mich besonders auf die Rennen. Ich bin ganz gut in Form und hoffe, dass ich das auch zeigen kann.“

Die letzten Rennen sind nicht wie erhofft gelaufen - wie geht man damit vor den wichtigsten Rennen der Saison um?

„Ja, die vermehrten Ausfälle der letzten Zeit schmerzen schon ein wenig und haben natürlich auch etwas am Selbstvertrauen genagt. Dennoch weiß ich, dass ich gut in Form bin und versuche jetzt einfach, locker zu bleiben und drauf los zu fahren. Einfach so Skifahren, wie ich es kann und an nichts anderes denken. Wenn man sich verkrampft und selber zu viel Druck macht, dann geht es sowieso in die Hose.“

Wie gefallen Ihnen die neue Kandahar und die Gudiberg-Strecke?

„Die gefallen mir gut. Der Gudiberg ist super, nach dem Umbau ist er noch schöner und gleichmäßiger geworden - und er ist anspruchsvoll. Und die neuen Speedstrecken sind auch super. Auch sie sind sehr anspruchsvoll und der Super-G hat alles drin, Flachpassagen und schwierige Kurven. Das gefällt mir gut.“

Was kann man aus Garmisch mitnehmen für die WM in Val d'Isère?

„Es sind die letzten Rennen vor der WM. Ich hoffe, dass es für Felix und mich gut in Garmisch läuft, dann können wir lockerer zur WM anreisen und die WM mit mehr Selbstvertrauen angehen.“

Schläft man bei Heim-Rennen eigentlich zu Hause?

„Beim Weltcup schlafe ich zu Hause, bei der WM werde ich wohl im Mannschaftshotel sein - auch wegen des zu erwartenden Trubels.“

Kann man sich bei einem Heim-Rennen überhaupt abschirmen? Da kennt einen doch jeder...

„Wir haben 30 000 Einwohner, da hat mich sicher noch nicht jeder live gesehen. Weil ich davor viel unterwegs war, war es nicht schwierig, sich abzuschirmen. Aber es wird sicher ein großer Trubel sein in Garmisch, auch von den Medien. Aber man muss ja nicht jeden Termin wahrnehmen. Eine Woche vor der WM kann man schon sagen, dass man sich auf die Rennen konzentriert. Für die Mords-Storys bleibt da keine Zeit und einen freien Tag hab ich vor der WM ohnehin nicht mehr.“

Ist es nicht komisch, wenn man bei einem Rennen startet, bei dem man jeden Streckenposten kennt?

„Wahrscheinlich wird das schon ein bisschen komisch sein. Das wird schon eine andere Aufregung am Start sein als bei einem anderen Rennen. Auch weil man vom Start direkt ins Ziel runter sieht. Es ist schon ein Nervenkitzel, aber ein schöner.“

Was sind die Ziele in Garmisch?

„Gerade beim Heim-Rennen will ich mich natürlich möglichst gut präsentieren. Es wäre toll, in beiden Rennen aufs Podium zu fahren. Im Super-G lief es ja leider noch nicht so gut diese Saison, aber ich möchte mein Bestes geben. Und im Slalom wäre es toll, die Siegesserie fortzusetzen. Wenn man vier Rennen in Folge gewonnen hat und das fünfte ist das Heimrennen, dann möchte man dort erst Recht gewinnen. Aber ich muss da nicht gewinnen und setze mich nicht unter Druck, sondern versuche so zu fahren wie immer und dann wird das schon gut werden.“

In zwei Jahren gibt es dann die Heim-Weltmeisterschaften. Welchen Stellenwert hat so ein Großereignis vor der Haustür?

„Diese WM ist natürlich ein absolutes Karriere-Highlight. Ich bin dann 26 und im besten Alter und eine WM im eigenen Ort ist das Highlight schlechthin. Und wenn man da dann eine Medaille oder gar Gold gewinnen kann... Es ist das große Ziel und ich hoffe, dass ich zu dem Zeitpunkt in der Form bin, dass ich das auch erreichen kann.“

Interview: Christian Kunz, dpa

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