„Red Devils“ lehren Ballack & Co das Fürchten

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Die „Red Devils“ lehren Michael Ballack und seinem FC Chelsea in dieser Saison das Fürchten. Mit dem zweiten Sieg in der laufenden Meisterschaft dämpfte der FC Liverpool die Hoffnungen der „Blues“ auf das Championat in der englischen Premier League gewaltig.

„Wir werden bis zum Ende kämpfen, aber der Titel ist nun weiter entfernt“, sagte Chelsea-Trainer Luiz Felipe Scolari. Wo bleibe das 'Projekt Chelsea'?, fragte indes schon die Zeitung „The Independent“ und gab seinen Lesern sogleich die Antwort: „Wieder da, wo man sich fragt, ob selbst 100 Millionen Pfund kommenden Sommer es richten würden, und bevor jemand überlegt, ob Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch solche Summen überhaupt ausgeben will.“

Mitentscheidend für die jüngste Schlappe von Chelsea, das aus fünf Duellen mit Liverpool, dem FC Arsenal und Meister Manchester United bisher nur einen Punkt holte, war neben dem Doppelpack von Spaniens Nationalstürmer Fernando Torres auch eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters. Mike Riley zeigte nach einer Stunde im Stadion an der Anfield Road Ballacks Mittelfeldkollegen Frank Lampard für einen Zweikampf mit Xabi Alonso die Rote Karte. Scolari: „Das hat das Match eine Million Prozent verändert, wir haben unser Zentrum verloren.“

Allerdings offenbarte Chelseas Spiel schon vorher klare Defizite. Ballack fiel mit einer Durchschnittsleistung nicht sonderlich auf, der „Blues“-Sturm mit dem einsamen Nicolas Anelka enttäuschte, und Keeper Petr Cech erwies sich hin und wieder als unsicher. Torres trickste in Unterzahl Chelseas Abwehr zweimal aus (89./90.+4 Minute). Bereits im Hinspiel im Oktober hatte der Rekordmeister Chelseas sagenhafte Heim-Rekordserie von 86 Spielen ohne Niederlage beendet.

„Der Sieg war verdient, wir waren besser“, erklärte Liverpool- Trainer Rafael Benitez. Seine Vorgesetzten, die zerstrittenen US- Eigner Tom Hicks und George Gillett, beäugten ihr Team erstmals seit Monaten wieder zusammen bei einem Heimspiel. Von Teilen der Fans wurden die Amerikaner mit Transparenten wie „Danke, keine Yankies“ („Thanks but no Yanks“) begrüßt.

Liverpool verkürzte den Abstand zu Tabellenführer ManUnited, das noch ein Spiel nachholen muss, auf zwei Zähler. Indes verloren bei fünf Punkten Rückstand Ballack & Co. den Anschluss. Scolari: „Wir werden jedes Spiel angehen, als sei es das letzte und dann sehen, wo wir am Ende stehen, aber es liegt sicherlich nicht in unserer Hand.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen