Red Bull noch die große Unbekannte im Formel-1-Titelkampf

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Max Verstappen
Fährt in der Saison 2018 noch hinterher: Red-Bull-Pilot Max Verstappen. (Foto: Andy Wong / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Claas Hennig

In den Titelrechnungen der Formel 1 ist Red Bull in der Frühphase der Saison noch die große Unbekannte. In diesem Jahr sehen viele das Team des österreichischen Energydrink-Herstellers auf Augenhöhe mit Ferrari und Weltmeister Mercedes.

Bestätigen konnten dies Max Verstappen und Daniel Ricciardo in den ersten beiden Grand Prix des Jahres in Australien und Bahrain noch nicht. Vor allem das Doppel-Aus beim Wüstenrennen am vergangenen Sonntag schmerzte.

„Das Auto ist sehr schnell, besonders im Rennen. Nur im Qualifying verlieren wir etwas“, sagte das niederländische Ausnahmetalent Verstappen zum Auftakt des Renn-Wochenendes in Shanghai.

In China soll am Sonntag (08.10 Uhr MESZ) endlich der erste Podiumsplatz rausspringen und dann bald auch Siege: „Deshalb sind wir hier.“ Auch der zweimalige Saisonsieger Sebastian Vettel schreibt Red Bull nicht ab: „Die beiden Red-Bull-Jungen machen mächtig Druck.“

Ablesen lässt sich das in der WM-Wertung vor dem Großen Preis von China noch nicht. Besonders Verstappens Saisonstart ging daneben. In Australien leistete sich der 20-Jährige etliche Fahrfehler und wurde Sechster, in Bahrain riskierte er mit seinem gewagten Überholmanöver gegen Lewis Hamilton zu viel und schied als Spätfolge der Kollision mit dem Mercedes des britischen Weltmeisters früh aus.

Ricciardo war in seiner Heimat Australien Vierter geworden, blieb dann im Wüstenrennen nach der zweiten Runde mit einem Batteriedefekt stehen. So liegt er als Siebter in der WM-Wertung nun schon 28 Punkte hinter Ferrari-Pilot Vettel (50 Punkte), Verstappen hat als Zehnter sogar 42 Zähler weniger als der Heppenheimer.

Dabei hat Red Bull seinen Fahrern in dieser Saison endlich einen Wagen hingestellt, mit dem sie in den Rennen mit Ferrari und Mercedes mithalten können. Allein in der Qualifikation macht sich der Leistungsnachteil des Renault-Motors im Vergleich zu den Ferrari- und Mercedes-Aggregaten bemerkbar. „Wir brauchen einen schnellen und zuverlässigen Motor“, forderte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko bei autosport.com von Renault.

Trotz der ersten Totalpleite seit dem Rennen in Südkorea 2010 deutete Red Bull in Bahrain an, dass Verstappen und Ricciardo im Rennen sehr nah an den Ferraris von Vettel und Räikkönen sowie den Mercedes-Boliden von Hamilton und Valtteri Bottas sind. „Es ist sehr schade, dass wir nicht erleben durften, was in diesem Rennen möglich gewesen wäre“, sagte Teamchef Christian Horner.

In China wollen die Red Bulls endlich beweisen, dass sie ihre Rolle als Herausforderer spielen können. Für die Qualifikation am Samstag ist Regen angesagt. Ein möglicher Vorteil für das Team, da das PS-Minus nicht so zum Tragen kommt. Am Sonntag soll es dann trocken sein. Allerdings: Im vergangenen Jahr hatte es Verstappen im Rennen auf nasser Strecke von Startplatz 16 noch bis auf Rang drei hinter Hamilton und Vettel geschafft.

Langfristig kann Red Bull wieder zu einer Konstanten in der Titelrechnung werden. In Honda steht bereits ein Motorenpartner bereit, der nach der Saison Renault ablösen könnte. Dass die Japaner aus ihrer unglücklichen Liaison mit McLaren gelernt haben, zeigte das Ergebnis von Red Bulls Schwesterteam Toro Rosso in Bahrain: Angetrieben vom stark verbesserten Honda-Aggregat fuhr der Franzose Pierre Gasly auf Platz vier.

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