Rebensburg mit „Miller-Style“, Hölzl mit Ruhe

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Schwäbische Zeitung

Val d'Isère (dpa) - Maria Riesch ist dreimal gescheitert, Felix Neureuther noch nicht an der Reihe - nun hoffen die deutschen Alpinen bei der Ski-WM erst einmal auf Kathrin Hölzl und Viktoria Rebensburg.

Beim Riesenslalom haben die zweimalige Podestfahrerin Hölzl und Super-G- Junioren-Weltmeisterin Rebensburg Außenseiterchancen auf eine Medaille. „Katy und Vicky sind sicher im Riesenslalom für ganz vordere Plätze gut. Eine Riesenslalom-Medaille ist schon eine Weile her, das wäre ganz toll“, sagte Maria Riesch, die in ihrer schwächsten Disziplin ohne großen Druck starten kann und auf eine Überraschung hofft.

Bei den Titelkämpfen vor zwei Jahren sorgte die Bischofswiesenerin Hölzl mit Rang sechs im Riesenslalom, in dem es 1996 mit Rang drei von Martina Ertl das letzte WM-Edelmetall für Deutschland gab, für das beste deutsche Ergebnis. Das damalige Alpin-Küken Rebensburg raste in Schweden ohne je zuvor im Weltcup gepunktet zu haben auf den achten Platz vor. Ein paar Mal habe sie sich das Video von damals noch angeschaut, aber ein alter WM-Hase sei sie noch lange nicht, sagte die 19 Jahre alte Schülerin. „Aber ich weiß jetzt, wo es bei einer WM lang geht und dass bei einer WM letztlich die Medaillen zählen“, sagte die Sportlerin aus Kreuth. Auch Hölzl würde zu gerne auf das Podium. „Jeder möchte bei der WM eine Medaille einfahren“, sagte die 24-jährige „Woodl“ (so ihr Spitzname, abgeleitet vom englischen Wort für Holz (Wood)).

Gut fahren können die beiden Riesentorlauf-Spezialistinnen ohne Zweifel, umgesetzt haben sie es in diesem Winter zu selten. In sechs Rennen gab es vier K.o.'s für Rebensburg, Ende Januar ging die Formkurve mit Platz sieben in Cortina und dem damit gelösten WM-Ticket aber nach oben. 8, 23, 11, 3 und 28 lauten die nicht gerade hoffnungsfroh stimmenden Weltcup-Platzierungen bei Hölzl, die sich zudem eine Nullnummer leistete. „Ich habe keinen Druck, schlimmer kann es eh nicht werden“, erklärte Hölzl. Wie groß der Druck werden kann, hat sie bei ihrer regelmäßigen Weltcup-Zimmergenossin Maria Riesch schon zu genüge erlebt. „Maria macht sich natürlich auch selbst Druck, aber es ist immer schwierig, wenn es auch von außen viel Druck gibt.“

Riesch bescheinigt dem schwierigen Riesenslalom-Kurs auf der „Face de Bellevarde“ wie gemacht zu sein für die Ski-Freundin. Hölzl, die nach Trainer-Meinung mit die beste Technik in der Ski-Welt fährt, weiß das auch, weist aber auf die Unwägbarkeiten hin. „In Maribor hat auch jeder gesagt, dass das ein Anti-Hölzl-Hang ist“, sagte die Bischofswiesenerin, die in Slowenien ihr zweites Weltcup-Podest erreichte. Als die Diskussion um den eisigen und schwierigen Kurs nach Deutschland überschwappte, griff die erst zur WM-Halbzeit angereiste Hölzl zum Telefonhörer. „Ich habe angerufen und gefragt: Ist es wirklich so schlimm? Und sie haben gesagt, ja ist es wirklich.“ Mittlerweile ist die Piste aber entschärft.

Ganz anders geht Vollgas-Fahrerin Rebensburg, der von Martina Ertl-Renz ein „Bode-Miller-Style“ bescheinigt wurde, die Sache an. Im WM-Super-G stellte sie mit Platz zehn ihre Weltcup-Bestleistung ein - im Riesenslalom ist die Abteilung Attacke in ihr erneut gefragt: „Im Super-G wollte ich angreifen und habe es gemacht - ich fühle mich gut und bin bereit.“

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