Rückschlag für Hamilton: Strafe bremst Jagd auf Vettel

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Pech
Lewis Hamilton wird beim Start zum Rennen in Bahrain fünf Plätze zurückgesetzt. (Foto: DPA)
Christian Hollmann

Ein Getriebe-Defekt an Lewis Hamiltons Silberpfeil erhöht Sebastian Vettels Chancen auf den zweiten Sieg im zweiten Formel-1-Rennen der Saison.

Am späten Freitagabend musste Mercedes den regelwidrigen Tausch des Bauteils vor dem Abschlusstraining in Bahrain einräumen und rechnet nun damit, das Hamilton am Sonntag beim Grand Prix in Sakhir fünf Plätze weiter hinten starten muss. Ein Hydraulik-Leck habe nicht repariert werden können, teilte ein Teamsprecher mit. Den Regeln zufolge muss ein Getriebe eigentlich sechs Rennen halten, ehe es gewechselt werden darf.

Die Hoffnung von Titelverteidiger Hamilton, Auftaktsieger Vettel am Sonntag mit einem Erfolg in der Wüste gleich wieder von der WM-Spitze verdrängen zu können, ist damit deutlich gesunken. Schon beim Training am Freitag war Mercedes nicht wie gewohnt in Fahrt gekommen. Bei Rennbedingungen unter Flutlicht waren Vettel und Ferrari-Kollege Kimi Räikkönen als Tagesbester deutlich schneller als Valtteri Bottas und Hamilton in den Silberpfeilen auf den Plätzen drei und vier.

Zuvor hatte Hamilton noch versichert: „Ich fühle mich wirklich stark und positiv und habe eine klare Vorstellung davon, wie ich vorwärts komme.“ Bei den ersten Übungsrunden beging er dann aber einige Fehler und häufte mehr als eine halbe Sekunde Rückstand auf Vettel an. „Ich glaube nicht, dass das so bleibt, das wäre eine Überraschung“, sagte Vettel zwar. Doch die Strafe für Hamilton, durch die er höchstens von Platz sechs starten dürfte, könnte dem Deutschen in Bahrain einiges erleichtern.

Nach dem Stadtrennen von Australien gilt die Strecke von Sakhir als erster echter Gradmesser für die kommenden Wochen im Titelrennen. Kann Ferrari wirklich den zuletzt vier Jahre dominierenden Mercedes auf Augenhöhe begegnen oder sind die Silberpfeile einmal mehr das Maß aller Dinge? „Melbourne hat gezeigt, dass besonders Ferrari sehr schnell war, deshalb erwarte ich einen engen Kampf“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Auch Chefpilot Hamilton sieht den Motor der Scuderia mittlerweile als gleichwertig an und hat für seinen Dienstwagen nur noch im Bereich der Aerodynamik einen Vorteil ausgemacht. „Ich kann den Abstand zwischen uns aber nicht beziffern“, sagte der Brite. Vettel ist da präziser. „Zwischen drei und vier Zehntel“ pro Runde sieht er sein Auto im Hintertreffen. Vor allem in den Kurven verliere der Ferrari noch zu viel Zeit.

Davon war zumindest auf den schnellen Runden am Freitag nur wenig zu sehen. „Ich habe mich im Auto etwas wohler gefühlt, aber ist es trotzdem noch ein bisschen was zu tun“, sagte Vettel. Das deutliche Polster auf Mercedes dürfte Vettels Crew Hoffnung für die Jagd auf die besten Startplätze am Samstag geben. Zusätzliches Selbstvertrauen kann Vettel aus dem Vorjahr ziehen, als er seinen dritten Sieg in Bahrain feierte.

Doch auch für Ferrari lief am Freitag nicht alles nach Plan. Eine Viertelstunde vor Trainingsende musste Räikkönen sein Auto neben der Strecke abstellen, weil ein Reifen beim Boxenstopp nicht richtig befestigt worden war. Die Renn-Kommissare verurteilten Ferrari am Abend deshalb zu einem Bußgeld von 5000 Euro.

Informationen des Weltverbands

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