Rückkehrer Stevens beklagt fehlendes Glück gegen Leipzig

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FC Schalke 04 - RB Leipzig
Leipzigs Yussuf Poulsen (l-r), Torschütze Timo Werner und Marcel Halstenberg bejubeln das 1:0. (Foto: Ina Fassbender / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Ulli Brünger

Der Patient FC Schalke 04 braucht auf seinem Weg zurück zu alter Stärke auch mit „Jahrhunderttrainer“ Huub Stevens Geduld.

Trotz einer klaren Leistungssteigerung kassierten die Königsblauen mit dem 0:1 (0:1) gegen RB Leipzig die vierte Heimniederlage in Serie ohne eigenes Tor und stellten damit einen Vereins-Negativrekord auf.

Gleichwohl gibt die engagierte Vorstellung des auf Tabellen-Platz 15 abgerutschten Vizemeisters Anlass zur Hoffnung, im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga bestehen zu können. „Wir haben versucht, die Köpfe frei zu kriegen. Das war erstmals das Wichtigste“, sagte der 65 Jahre alte Niederländer, der mit dem Spiel der zuletzt stark verunsicherten Elf zufrieden war, mit dem Ergebnis aber nicht: „Ich bin enttäuscht. Weil die Jungens alles gegeben haben. Aber es hat auch das Quäntchen Glück gefehlt, um ein Tor zu machen.“

Bei seinem Kollegen Ralf Rangnick, der zwei Amtszeiten als Trainer auf Schalke erlebte, war es eher umgekehrt. Er haderte etwas mit der Leistung seiner Elf, fand das Resultat aber gut: „Uns war klar, dass es nicht leichter würde, als wir am Freitag vom Trainerwechsel hier gehört haben“, meinte Rangnick, der seine Befürchtung im Spiel bestätigt sah: „Es war ein schwer erkämpfter Sieg. Schalke hat es sehr gut gemacht. In der zweiten Hälfte mussten wir viel Druck aushalten.“

Umso mehr freute sich der RB-Coach über den fünften Auswärtssieg nacheinander, den Nationalstürmer Timo Werner vor 59.913 Zuschauern in der Veltins-Arena mit dem Treffer in der 14. Minute sicherstellte. „Am Ende zählen für uns die drei Punkte“, bekannte Rangnick, dessen Team als Tabellen-Dritter klar auf Champions-League-Kurs liegt.

Von den Europacupplätzen ist Schalke nach nun sechs Pflichtspiel-Niederlagen in Serie zwar meilenweit entfernt, doch Stevens hat es gemeinsam mit seinem Co-Trainer Mike Büskens in weniger als zwei Tagen geschafft, die Tugenden wie Kampf, Leidenschaft und Laufbereitschaft aus dem zuletzt leblosen Team herauszukitzeln. Die Elf zeigte nicht wie zuletzt bei den Pleiten in Mainz, gegen Düsseldorf oder bei der 0:7-Schmach gegen Manchester City Auflösungserscheinungen, sondern die von Stevens geforderte „Organisation“. Bis zum Abpfiff hat sich die Mannschaft nicht aufgegeben und alles getan, um zu punkten“, lobte der Coach.

Selbst der längst zum Fehleinkauf abgestempelte und von Vorgänger Tedesco kaum noch berücksichtigte Sebastian Rudy zeigte ansteigende Form beim Trainer-Comeback des knorrigen Niederländers nach 1134 Tagen. „Wir hatten gute Ansätze. Auf der Leistung können wir aufbauen und müssen uns das Glück jetzt erarbeiten“, sagte Rudy vor der zweiwöchigen Länderspielpause.

Torwart Alexander Nübel verzichtete sogar auf seine Einsätze im U21-Nationalteam, „damit ich bei der Mannschaft bleiben kann“. Stevens vertraute dem 22 Jahre alten Keeper genauso wie zuvor Tedesco, der ihn nach der Winterpause zur Nummer eins erklärt hatte. Diese Rangfolge mochte Stevens nach Gesprächen mit dem Torwarttrainer und Ralf Fährmann, der in der Champions League das Tor hüten durfte, nicht durcheinander werfen. Mit einigen starken Paraden rechtfertigte Nübel seinen Einsatz. Einziger Schönheitsfehler aus Schalke-Sicht war, dass weder Mark Uth, noch der eingewechselte Guido Burgstaller oder Suat Serdar ihr Torchancen nutzen konnten.

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