Rätsel um die Form von Kombinierer Ackermann

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Deutsche Presse-Agentur

Ausgerechnet Leitwolf Ronny Ackermann bereitet Bundestrainer Hermann Weinbuch zehn Tage vor den nordischen Ski-Weltmeisterschaften Kopfzerbrechen.

Beim Weltcup im österreichischen Seefeld sollte der Weltmeister eigentlich seinen Formanstieg unter Beweis stellen, doch statt die erhofften Fortschritte zu demonstrieren, gab der Dermbacher neue Rätsel auf. Während sich Lokalmatador Mario Stecher und der Norweger Magnus Moan die Siege teilten, ging Ackermann leer aus.

Schlimmer noch: Der Thüringer stieg am Sonntag aus dem Rennen aus. „Ich hatte mir von ihm mehr erhofft. Wir müssen jetzt genau analysieren, woran es gelegen hat, dass er körperlich nicht fit war. Am Samstag lag es wahrscheinlich an der Skipräparation. Aber dass er auch bei zugegebenermaßen schwierigen Bedingungen nicht besser war, macht mir doch Sorgen“, sagte Weinbuch, der beim viermaligen Weltmeister aber auch einen Lichtblick sah: „Im Springen ist er jetzt dort, wo er hingehört.“

Das hatte Ackermann einen Tag zuvor mit Platz zwei im Springen unterstrichen und angekündigt, nun noch an der Stabilität zu arbeiten. Dass er beim Lauf auf den achten Platz zurückfiel, schob er auf die Ski. Am Tag darauf wurde er beim Springen Opfer des heftigen Schneefalls. Da er nur auf 78 Meter gekommen war und die Spur immer langsamer wurde, brach die Jury das Springen ab und zog den provisorischen Wettkampfsprung vom Freitag heran. Da hatte Ackermann Platz zehn belegt und gute Aussichten, weiter nach vorn zu stürmen. Doch dann kam der Einbruch und das vorzeitige Ende.

„Wir müssen jetzt sehen, wie wir ihn wieder aufbauen. Möglicherweise nehme ich ihn vor der WM noch einmal aus dem Weltcup heraus und lasse ihn am nächsten Wochenende in Klingenthal nicht starten“, sagte Weinbuch, der sich aber über Tino Edelmann freuen durfte. Der Zella-Mehliser kam am Sonntag zum dritten Mal in dieser Saison auf Platz fünf.

„Er ist wieder dort, wo wir ihn haben wollen“, lobte der Coach, der am Sonntag Björn Kircheisen eine Verschnaufpause verordnet hatte. Am Samstag war der Sachse aus Johanngeorgenstadt Siebenter geworden. „Er hat in den Wettbewerben zuvor viel Kraft gelassen, war nicht mehr so frisch. Ihm tut die kleine Pause gut“, kommentierte Weinbuch, der am Sonntag auch auf Sebastian Haseney (Zella-Mehlis) und Andreas Günter (Baiersbronn) wegen eines Magen-Darm-Infekts verzichten musste. „Das wirklich Positive an diesem Weltcup war, dass wir beim Springen als Mannschaft die Kurve bekommen haben und wieder vorn dabei sind“, bemerkte Weinbuch.

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