Prokop wehrt sich gegen Vorwürfe von Herms-Witwe

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Schwäbische Zeitung

Darmstadt (dpa)- Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, er habe sich in den vergangenen Jahren nicht mehr um den am 10. Januar gestorbenen 800-Meter-Läufer René Herms gekümmert.

„Sowohl Bundestrainer Henning von Papen als auch DLV-Teammanager Siegfried Schonert hielten regelmäßigen Kontakt zu René, auch nach seinem Ausscheiden aus dem B-Kader 2008/2009“, sagte DLV-Präsident Clemens Prokop in einer Presseerklärung. Herms Witwe hatte mangelnde Unterstützung durch den Verband beklagt.

„So lange René gut gerannt ist, da war er der tolle Sportler. Als er aber in Schwierigkeiten steckte, mit Problemen zu kämpfen hatte und Hilfe gebraucht hätte, da wurde ihm der Rücken gekehrt“, sagte Stefanie Herms in einem Zeitungsinterview. Der mehrfache deutsche Meister habe in den letzten zwei Jahren - ohne WM- (2007) und Olympia-Nominierung (2008) - praktisch „fast alles verloren, was ihm ein problemloses Training ermöglicht hätte“.

Prokop verwies darauf, dass die Förderung des DLV begrenzt sei auf Training und trainingsbegleitende Maßnahmen. „Eine individuelle wirtschaftliche Unterstützung findet durch den DLV grundsätzlich nicht statt und ist bei circa 500 Kaderathleten nicht möglich.“ Der Verband kündigte an, bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig am 21./22. Februar Herms zu gedenken: „In Erinnerung an den Ausnahmeathleten René Herms werden wir zum einen Bilder aus seiner Karriere zeigen, zum anderen wollen wir die Spendenaktion des Dresdner SC 1898 unterstützen, um so Frau Herms finanziell zu helfen“, sagte Prokop.

Der Läufer starb aus bisher ungeklärter Ursache. Mit dem Obduktionsergebnis ist laut Dresdner Oberstaatsanwalt Christian Avenarius „gegen Ende dieser Woche“ zu rechnen. Der Leichnam, der am 10. Januar in Lohmen gefunden wurde, wurde bereits obduziert. Herms wurde nur 26 Jahre alt. „Er bekommt eine würdige Bestattung am 26. Januar in Pirna. Das ist er uns wert, selbst wenn wir Kredite aufnehmen müssen“, hatte Stefanie Herms angekündigt.

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