Prinz ist Platz zwei „total egal“

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Für Torfrau Nadine Angerer war der Abend an der Seite der besten Fußballer der Welt um Cristiano Ronaldo und Co. immerhin ein schönes Erlebnis, für Birgit Prinz war die FIFA-Gala reine Routine.

Gleich am frühen Morgen nach dem Fest-Auftritt in Zürich wollte Deutschlands Vorzeige-Fußballerin im Uni-Hörsaal sitzen, um einer Psychologie-Vorlesung zu lauschen - Alltag statt Party-Glamour. Am Dienstagnachmittag stand schließlich auch der Trainingsauftakt beim 1. FFC Frankfurt an. „Soll ich ganz ehrlich sein? Mir ist der zweite Platz total egal“, sagte Birgit Prinz in den zur Interview-Zone umgebauten Kellergängen des Zürcher Opernhauses.

Die zum dritten Mal in Serie und diesmal mit Riesenvorsprung von der Brasilianerin Marta gewonnene Wahl zur „Weltfußballerin des Jahres“ konnte bei der Titelträgerin der Jahre 2003 bis 2005 keine großen Emotionen wecken. „Marta hat absolut verdient gewonnen. Sie hat ein tolles Olympia-Turnier gespielt“, sagte Birgit Prinz. Aus ihrer Dauerpräsenz beim jährlichen Stelldichein der Besten wollte sie kein Aufhebens machen und übte sogar leise Kritik am Wahlmodus. „Ich kann nicht beurteilen, wie Kelly Smith in England gespielt hat. Und die Spielerinnen aus Nordkorea habe ich das ganze Jahr nicht gesehen. Vielleicht waren da welche besser“, sagte die 31-Jährige.

Auf ihre ganz eigene Art - spröde und damit fast schon wieder charmant - hatte sich die Top-Stürmerin bei der Fest-Inszenierung des Weltverbandes gezeigt. Die Frankfurterin weiß, wie ihre neue Teamkollegin Nadine Angerer, die hinter der Brasilianerin Cristiane auf Platz vier landete und mit frechem Schlapphut und lila Halstuch modisch keck der Weltpresse gegenübertrat, sehr wohl, dass die FIFA- Gala für den Frauen-Fußball eine der wenigen Gelegenheiten ist, sich im für die Männer-Sparte üblichen Glanz zu präsentieren.

Da die deutschen Männer wie in den vergangenen fünf Jahren auf dem Roten Teppich fehlten, übernahm Birgit Prinz dann auch die Rolle der nationalen Fußball-Botschafterin. „Natürlich ist das ein Ereignis, dass eine gewisse Aufmerksamkeit erzeugt, für uns auch mit Blick auf die WM 2011 in Deutschland. Und da ist es schön, dass Nadine und ich hier dabei sind“, sagte sie. Richtige Begeisterung klingt anders. Und auch der Anblick von Männer-Sieger Cristiano Ronaldo konnte Birgit Prinz nicht in Aufregung versetzen: „Mein Typ ist der nicht.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen