Potsdam im doppelten Glück

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Deutsche Presse-Agentur

Der 1. FFC Turbine Potsdam entwickelt sich immer mehr zu einer Pokal-Mannschaft im deutschen Frauen-Fußball. Die Brandenburgerinnen gewannen erneut die 16. Auflage des DFB-Hallenpokals.

Bei der Premiere des „Budenzaubers“ in Magdeburg setzte sich Turbine, das von knapp 100 mitgereisten Fans lautstark unterstützt worden war, 2:1 gegen den Hamburger SV durch. Vor der Rekordkulisse von 3200 Zuschauern landeten die SG Essen-Schönebeck und der SC Bad Neunahr auf den dritten Platz. „Wir sind glücklich, dass wir den Pokal verteidigen konnten. Nach der Vorrunde wären wir fast schon raus geflogen“, sagte die erfolgreichste Turnier-Schützin Isabel Kerschowski, die für Potsdam fünf Treffer erzielte.

Neben dem Turniersieg hatten die Potsdamerinnen auch Los-Glück, denn WM-Botschafterin Sandra Minnert zog als Glücksfee die Halbfinal-Begegnungen des DFB-Pokals. Demnach trifft der FCR 2001 Duisburg am 13. April zu Hause auf den VfL Wolfsburg. In der zweiten Partie empfängt der Sieger des Viertelfinales zwischen dem VfL Sindelfingen und 1. FFC Turbine Potsdam den ehemaligen Bundesligisten SG Wattenscheid.

Glücklich über Turnier und Los war auch Trainer Bernd Schröder. „Im DFB-Pokal haben wir den vermeintlich leichtesten Gegner gezogen. Ich bin optimistisch, dass wir den Sprung ins Endspiel schaffen können. Doch das ist Zukunftsmusik. Jetzt freue ich mich erstmal über den Sieg heute, denn ich hätte nicht gedacht, dass wir hier wieder erfolgreich sein können. Das Turnier war wesentlich ausgeglichener als in den vergangenen Jahren“, sagte der Coach.

Bundestrainerin Silvia Neid war von der Spannung fasziniert. „In diesem Jahr konnte jeder jeden schlagen, das war in Bonn noch nicht so. Für unsere Entwicklung und für die Fans ist das natürlich viel besser. Mannschaften wie Freiburg und Bad Neuenahr haben mich echt überrascht“, meinte Neid.

Neuenahr hatte in der Vorrunde den Rekordsieger 1. FFC Frankfurt mit 5:2 regelrecht abgeschossen. „Wenn wir in der Bundesliga auch so eine Leistungsdichte erreichen können, dann wären wir auf dem richtigen Weg. Dann müsste ich mir um Nachwuchs keine Sorgen machen“, sagte Neid mit Blick auf die anstehende Testspiele gegen China am 25. Februar und Brasilien am 22. April und die Europameisterschaft Ende August in Finnland.

Trotz der Bronzemedaillen der U17-Auswahl bei der WM in Neuseeland und der U20 in Chile konnte Neid keine Spielerin finden, die auf Anhieb den Sprung in die A-Mannschaft schaffen könnte. „Es sind viele gute Spielerinnen dabei gewesen, aber keine war herausragend oder gar eine Überspielerin. Der einen fehlt die Schnelligkeit und der anderen das taktische Verständnis. Alle müssen weiter an sich arbeiten“, bemerkte Neid.

Dennoch hat Neid fünf U20-Nationalspielerinnen in einen 36er-Kader berufen, der die anstehenden Testspiele und den stark besetzten Algarve-Cup bestreiten wird. So stehen die Potsdamerinnen Bianca Schmidt und Carolin Schiewe, Kim Kulig (Hamburg), Katharina Baunach (München) und Verena Faißt (Freiburg) auf dem Zettel von Neid. Ebenfalls ins Blickfeld der Trainerin rückte die 17-jährige Dzsenifer Marozsan vom Zweitligisten 1. FC Saarbrücken, die noch nicht zu den anstehenden Tests in Lüdenscheid eingeladen wurde. „Beim Algarve-Cup ist mir die Platzierung egal, ich werde viel ausprobieren und testen. Aber vor allem sollen sich die jungen Spielerinnen auf hohem Niveau beweisen.“

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