Pokal: Wolfsburg und Hannover wollen ersten Titel

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Deutsche Presse-Agentur

Der DEL-Spitzenreiter muss ein schwarzes Wochenende verdauen, der Gastgeber will weiterfeiern: Der EHC Wolfsburg und die Hannover Scorpions greifen erstmals nach dem deutschen Eishockey-Pokal und damit dem größten Erfolg ihrer jeweiligen Vereinsgeschichte.

Das Endspiel ist ein Niedersachsen-Derby, der siegreiche Trainer kommt aber aus Bad Tölz: Hannovers Coach Hans Zach hat seinen Wolfsburger Kollegen Toni Krinner einst als Spieler betreut und ist mit der Familie befreundet. „Der Pokal geht entweder in die Kohlstatt, wo der Hans wohnt, oder ins Badeteil, wo ich herkomme“, sagte der 41-jährige Krinner im dpa-Gespräch und lobte den im März 60 Jahre alt werdenden Zach: „Er stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite und war mir behilflich.“

Krinner und die Wolfsburger jubelten nach dem 4:3 in Frankfurt über den erstmaligen Einzug in die Vor-Playoffs, wo noch zwei Viertelfinalisten gesucht werden. „Das kam zum exakt richtigen Zeitpunkt. Es war gelöste Stimmung, jetzt zählt alles fürs Finale, wir haben keine Sorgen mehr im Liga-Alltag“, sagte Krinner.

Hannover kassierte dagegen zwei herbe Pleiten binnen 24 Stunden. Der 2:7-Heimschlappe gegen den Meister und letztjährigen Pokalsieger Eisbären Berlin folgte eine 1:5-Abfuhr in Kassel. „Das ist für uns kein Problem“, meinte Zach gelassen. Dem einen oder anderen Spieler sei das Wochenende womöglich auf das Gemüt geschlagen, doch das will der einstige Bundestrainer in Gesprächen beheben.

Weil die Eisbären am Dienstag ein DEL-Nachholspiel gegen Nürnberg bestreiten, könnte Hannover erstmals seit dem 12. Dezember von Platz eins rutschen. Auch das würde Zach nicht zu tragisch nehmen: „Hätte vorher jemand gesagt, dass wir zwei Spieltage vor Schluss der Vorrunde dort stehen, hätte ich gesagt: Das gibt's ja gar nicht.“

Der Trainerfuchs, der vor fünf Jahren den Cup mit den Kölner Haien holte, und seine Scorpions sind aus Krinners Sicht Favorit. „Die haben fast 20 Punkte mehr in der Liga und sind mit einem ganz anderen Etat ausgestattet. Wir wollen als Außenseiter den großen Wurf schaffen“, sagte Krinner und hofft auf den Heimvorteil.

Für Wolfsburg, das in dieser Saison erstmals DEL-Spitzenreiter war, ist das Finale der vorläufige Höhepunkt des Aufschwungs, nachdem der Club 2005 wegen einer fehlenden adäquaten Halle keine Lizenz mehr für die Liga bekam und erst 2007 zurückkehrte. Im Team stehen in Jason Ulmer, Andreas Morczinietz und Mike Green drei ehemalige Profis aus Hannover. Dort spielt in Nationalverteidiger André Reiß ein einstiger Wolfsburger Aufstiegsheld.

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