Pleite für deutsche Rodel-Frauen

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Deutsche Presse-Agentur

Schwarzer Tag für die deutschen Rodel-Frauen: Mit der ersten WM-Niederlage seit 14 Jahren haben die deutschen Rodlerinnnen bei den Titelkämpfen auf der schweren Eisrinne in Lake Placid (USA) eine historische Pleite hinnehmen müssen.

Europameisterin Natalie Geisenberger (Miesbach) musste sich hinter der frenetisch bejubelten Sensationssiegerin Erin Hamlin aus den USA mit Platz zwei begnügen. Die entthronte Titelverteidigerin Tatjana Hüfner musste gar die bitterste Niederlage ihrer Karriere hinnehmen und wurde nur Sechste.

Einen Tag nach ihrem 21. Geburtstag konnte sich Geisenberger wie schon in Oberhof vor einem Jahr erneut über Silber freuen. „Das war ein schwieriges Rennen für uns, aber jetzt bin ich überglücklich“, sagte die junge Bayerin. Ihr Mitgefühl im Tollhaus von Lake Placid galt der zweimaligen Weltmeisterin Hüfner: „Platz sechs ist nicht ihr Anspruch. Aber sie ist auch nur ein Mensch.“ Die Gunst der Stunde konnte dagegen Hamlin nutzen: Die 22-Jährige fuhr auf der kurvenreichen Strecke mit ihrem allerersten Sieg gleich zum WM-Titel.

Total bedient war Hüfner, die ihren erhofften Titel-Hattrick nach 2007 und 2008 verpasste und nicht ins Medaillenrennen eingreifen konnte. „Ich bin tief enttäuscht. Aber die Probleme aus dem Training haben sich im Wettkampf fortgesetzt“, sagte die 25-Jährige aus Oberwiesenthal, die ausgerechnet im wichtigsten Rennen des vorolympischen Winters ihren Siegeszug nicht fortsetzen konnte. Anke Wischnewski wurde Zehnte, Corinna Martini landete auf dem 17. Platz.

„Das gibt es doch gar nicht“, staunte Olympiasiegerin Silke Kraushaar-Pielach über das schwache Abschneiden ihrer Nachfolgerinnen. Doch schon im Abschlusstraining bei eisigem Wind und bitterkalten Minus-Graden waren die deutschen Frauen an der schwierigen Bahn schier verzweifelt. Hüfner starrte nach einer missglückten Fahrt minutenlang ins Leere. Geisenberger schleuderte ihren Rucksack in die Ecke, selbst der gerade erst aus Deutschland eingetroffene Freund Egmont konnte den Frust nicht vergessen machen.

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