Phau überraschend in Miami in Runde drei

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Deutsche Presse-Agentur

Vom Reservisten ins Rampenlicht. Drei Tage langweilte sich Björn Phau beim ATP-Masters-Turnier in Miami auf der Tribüne. Dann stand der 29-jährige Tennis-Profi aus Weilerswist dann plötzlich auf dem Platz und 57 Minuten später in der dritten Runde.

Als sogenannter „lucky loser“ kam Phau für Richard Gasquet ins Hauptfeld, nachdem der Franzose aufgrund einer Verletzung nicht zu seiner Zweitrunden-Partie gegen den Spanier Albert Montanes antreten konnte. Anschließend musste Montanes das Duell gegen Phau beim Stand von 6:2, 2:0 für den Deutschen wegen einer Knöchelverletzung beenden. „Das ist für mich natürlich glücklich, aber so will eigentlich keiner gewinnen“, meinte Phau anschließend.

Als strahlende Gewinnerin präsentierte sich in der Damenkonkurrenz Anna-Lena Grönefeld. Die 23-jährige Nordhornerin hatte gleich doppelten Grund zur Freude. Zum einen besiegte sie in ihrem Zweitrunden-Match die favorisierte Italienerin Sara Errani mit 6:4, 6:3. Zum anderen steht sie jetzt Superstar Venus Williams gegenüber. Während das Duell mit der ehemaligen Weltranglisten-Ersten aus den USA für Grönefeld wie ein Hauptgewinn ist, überlegte Phau nach seinem „Super-Samstag“ kurz, ob er nach einer derartigen Glückssträhne nicht noch schnell einen Lotto-Schein ausfüllen sollte.

Nachdem er im Finale der Qualifikation an John Isner aus den USA gescheitert war und somit den direkten Weg ins Hauptfeld des mit 4,5 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Turniers verpasst hatte, stand er auf der Reservistenliste ganz oben. Und so kam Phau täglich morgens zur Anlage und verließ diese am Abend wieder unverrichteter Dinge. „Das waren auf keinen Fall schöne Tage, deshalb ist das jetzt vielleicht ein bisschen Gerechtigkeit“, meinte der Weltranglisten-80., der jetzt auf Victor Troicko trifft. Der Serbe hatte überraschend den an Nummer 14 gesetzten Argentinier David Nalbandian mit 6:1, 6:3 bezwungen.

Nicht unbedingt zu erwarten war auch der Triumph von Anna-Lena Grönefeld. Denn ihre Zweitrunden-Gegnerin Sara Errani steht in der Weltrangliste 33 Plätze vor ihr. „Ich habe ein sehr gutes Match gespielt, nie nachgelassen“, meinte die Nordhornerin, die sich über ihren Sieg ebenso freute wie über ihre nächste Gegnerin Venus Williams. „Für solche Duelle lebt man als Tennisspielerin. Ich freue mich unwahrscheinlich, gegen sie zu spielen - dazu noch auf dem Center Court.“ Beide bisherigen Duelle - darunter ein Zweitrundenmatch 2005 in Miami - hat Grönefeld klar verloren. „Ich werde versuchen, mich nur auf mich und mein Spiel zu konzentrieren und sie unter Druck zu setzen. Das ist die einzige Möglichkeit, denn sobald sie am Drücker ist, wird's schwer“, weiß Grönefeld.

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