Paarlauf-Star Savchenko: „Gedanke an ein Comeback ist da“

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Aljona Savchenko
Hat Olympia 2022 in Peking im Blick: Paarlauf-Olympiasiegerin Aljona Savchenko. (Foto: Matthias Balk / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Andreas Schirmer

Als die Paarlauf-Olympiasieger Aljona Savchenko/Bruno Massot im Mai eine einjährige Wettkampfpause ankündigten, hörte sich das wie ein Abschied vom Eis auf Raten an.

Nun nährte die 34 Jahre alte gebürtige Ukrainerin die Hoffnung auf eine Rückkehr des Eiskunstlauf-Duos. „Der Gedanke an ein Comeback ist noch da, ich kämpfe bis zum Ende“, sagte Savchenko der Deutschen Presse-Agentur. „Ich liebe das Eis und das, was ich mache. Ich liebe Wettkämpfe. Und ich stehe gerne auf dem Eis und arbeite hart.“

Wenn es nach ihr ginge, würde sie deshalb gern ihre sechste Olympia-Teilnahme in Angriff nehmen. „Ja“, antwortete sie auf die Frage, ob der Traum von den Winterspielen 2022 in Peking noch existent ist. Die Freiheit, nicht nur an der eigenen Eiskunstlauf- Vollkommenheit arbeiten zu müssen, genießt sie dennoch. „Ich bin glücklich, alles ist so, wie ich es haben will“, sagte Savchenko, betonte aber auch: „Ich habe vorher keinen Druck gespürt, weil ich es gerne gemacht habe. Es würde für mich nichts ändern, wenn ich weiter Wettkämpfe bestreiten würde.“

Momentan steht Aljona Savchenko nur am Rande der Eisfläche. Als Trainerin bereitet sie das US-Paar Alexa Scimeca-Knierim und Chris Knierim in Chicago auf den kommenden Winter mit den Weltmeisterschaften im März 2019 in Saitama/Japan vor. „Es ist interessant, aber schwieriger, als selber zu laufen“, bekennt sie. Eine Karriere als Coach lässt sie sich deshalb noch offen: „Mal schauen. Ich könnte es mir vorstellen, später als Trainer zu arbeiten. Jetzt ist es noch eine Probierphase.“

Allerdings hat Savchenko auch als Trainerin einen ähnlichen Ehrgeiz wie als Athletin. Dass das US-Paar in ihre Fußstapfen treten und olympisches Gold holen könnten, schließt sie nicht aus: „Ich hoffe, wir geben unser Bestes. Auf jeden Fall versuchen wir, dass sie besser werden als vorher. Wie weit sie kommen, werden wir sehen.“

Auch ihr Partner Bruno Massot testet, ob der Trainerberuf etwas für ihn wäre. Der Franzose arbeitet in La-Chaux-de Fonds/Schweiz mit seinem französischen Trainer Jean-Francois Ballester zuammen. Außerdem erwartet er im Oktober mit seiner Partnerin das erste Kind. „Er versucht, dort sein Leben anders zu gestalten“, sagte Aljona Savchenko. „Ich weiß, dass er ein sehr guter Trainer wird.“

Ob ihr fünf Jahre jüngere Partner nach Olympiasieg und WM-Titelgewinn aber noch einmal an ihre Seite rückt? „Ich freue mich darauf, nicht dauernd Stress zu haben“, hatte er bei seinem Abschied in die Wettkampfpause gesagt.

Bis zum 22. August wird Aljona Savchenko mit ihrem Mann Liam Cross in Chicago bleiben. Drei Tage nach der Rückkehr ist sie mit Bruno Massot zu einer Veranstaltung Deutschen Bundestag in Berlin eingeladen. In der Hauptstadt werden sie außerdem bei einem viertägigen Lehrgang Nachwuchs-Paare unterrichten. Danach geht es zurück in ihre Heimatstadt Oberstdorf, wohin Savchenkos US-Paar kommen wird, um mit ihr die Trainingsarbeit fortzusetzen.

Zugleich wird sie sich mit Massot auf die Shows und Schaulaufen im Winter vorbereiten. Schließlich gehen die beiden von Ende November bis Ende März unter anderen mit „Holiday on Ice“ auf Tournee. „Es ist alles etwas anders - und fast anstrengender als zuvor“, sagte Savchenko. „Für das Schaulaufen machen wir noch eine neue Nummer und trainieren das olympische Programm.“

Olympia-Kür in der ARD-Mediathek

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