Olympiasieger Lange ohne Erwartungshaltung

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Deutsche Presse-Agentur

Doppel-Olympiasieger André Lange will sein letztes Viererbob-Rennen bei einer Weltmeisterschaft nur noch genießen. Nach dem enttäuschenden fünften Platz im kleinen Schlitten geht er ungewohnt locker in die vier Wertungsläufe der „Königsklasse“ in Lake Placid.

Wohlwissend, dass er weiterhin Material-Nachteile im großen Gefährt hat, was die Tendenzen in den Trainingsläufen trotz Startbestzeiten erneut gezeigt haben. „Wir haben keinerlei Erwartungshaltung auch aufgrund der Ergebnisse in der Saison. Wir können ganz unbeschwert ins Rennen gehen. Ich habe jetzt auch aufgehört, mich darüber in irgendeiner Art und Weise aufzuregen oder zu freuen. Ich nehme es wie es ist, ich habe keine anderen Alternativen“, sagte Lange. 1999 gab der Oberhofer in Cortina d'Ampezzo sein WM-Debüt und hat seitdem acht WM-Titel holte.

An der Stätte seines ersten Doppelsieges (2003) setzt er vor allem auf die Startkraft seiner Crew und sein fahrerisches Können. Auf der schwierigen Piste am Mount van Hoevenberg gab es im Training tagtäglich Stürze. „André hat für seine Jungs die Marschroute ausgegeben, dass es am Start richtig kracht. Und dann muss man sehen, so ein Vierer-Rennen hat eigene Gesetze“, sagte Bundestrainer Carsten Embach, der 2003 selbst noch mit im Lange-Bob saß.

Als Minimalzielstellung formulierte Embach nach dem schwachen Abschneiden im Zweierbob eine Medaille. „Die Trainingsläufe haben gezeigt, dass die Jungs mit der schwierigen Bahn gut zurecht kommen und an den Schlüsselstellen in der Lage sind, entsprechend zu reagieren. Im Moment bin ich ganz zuversichtlich für das Rennen“, meinte der Trainer, der aufgrund der Auswertung betonte, dass „der Rückstand anhand des Materials nicht so dramatisch ist, wie zuletzt auf anderen Bahnen“.

Bereits im Training erreichte die Lange-Crew, die sich speziell in der Heimat wochenlang auf diese Titelkämpfe vorbereitet hat, Bestzeiten am Start. „Eine scharfe Veranstaltung war es noch nicht, die Jungs haben aber einen ordentlichen Job gemacht. Die ganzen Abläufe stimmen und ich komme vernünftig in die Bahn rein“, meinte Lange, der nach den Olympischen Winterspielen in Vancouver zurücktreten möchte. Eine Prognose zum Viererbob-Rennen möchte er aber nicht abgeben: „Das ist ja das Schöne, das kein Mensch weiß, wie es ausgeht, noch nicht mal wir und das macht es auch interessant.“

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