Olic: Jubel und Wehmut in bayerischer Woche

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Deutsche Presse-Agentur

Die Maßeinheit für Erfolg beim Hamburger SV heißt Olic. Ein Olic sind drei Tore. Der Kroate, mit Vornamen Ivica, hat mit seinem Dreierpack zum 3:1 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den TSV 1860 München für Hochstimmung und Trübsal zugleich gesorgt.

Denn was er gegen die bayerischen „Löwen“ gezeigt hat, darf er gegen Bayern München zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde nicht darbieten. Die Sperre von zwei Spieltagen wegen einer Trainingslager-Rangelei mit dem Hoffenheimer Carlos Eduardo schmerzt Olic ungemein. Gerade seinem neuen Verein Bayern München, bei dem er ab Sommer auf der Gehaltsliste steht, hätte er die Kugel reißend gern in die Maschen gejagt.

„Das macht mich sehr traurig“, sagte der 29-Jährige. „Ich kann es irgendwie noch gar nicht glauben, dass ich nicht spielen kann. Aber ich muss das akzeptieren.“ Gemessen an der Leistung gegen 1860 München dürfte der HSV ohne Olic, der ebenso wie sein Landsmann Mladen Petric 15 Pflichtspieltreffer in dieser Saison erzielt hat, recht alt aussehen. „Wir haben noch andere gute Spieler. Wir haben Paolo Guerrero und Jonathan Pitroipa“, meinte Trainer Martin Jol beschwichtigend. Ob das aber gegen die in bestechender Form beim VfB Stuttgart aufspielenden Bayern (5:1) reichen wird, ist äußerst fraglich.

„Ich bin stinksauer, dass er nicht spielen kann“, gestand HSV-Chef Bernd Hoffmann. Trotz der Malaise hielt der Vorstandsvorsitzende eine Laudatio auf den Torjäger und Musterprofi: „Bis Ende Mai wird er jeden Grashalm im Stadion umpflügen, so dass wir den Rasen auf seiner Seite wohl wieder auswechseln müssen. Ich bin sicher, Ivica hatte HSV-Weihnachtskugeln am Baum.“ Soll heißen, bis Saisonende ist Olic zu 150 Prozent HSVer.

Jol verband das Lob an Olic mit einer Kritik: „Es ist positiv, dass er drei Tore geschossen hat. Aber die anderen haben keine geschossen. Da ist noch viel Luft nach oben.“ Insgesamt fand er die Vorstellung seines Teams gegen 1860 München nicht prickelnd. „Wir haben zu langsam gespielt“, lautete des Trainers Fazit.

Vor dem Bayern-Spiel habe ihn und seine Mannschaft „gesunde Aufregung“ erfasst, berichtete Jol. Der Respekt vor dem Rekordmeister ist spürbar. „Aber wir spielen daheim und haben keine Angst“, versicherte der Niederländer. Der Heimvorteil ist in der Tat ein Bonuspunkt für die Hamburger: Von 13 Pflichtspielen in dieser Saison auf heimischem Terrain haben sie zehn gewonnen und erst eines verloren. Marcell Jansen, den das Gastspiel seines ehemaligen Clubs in Hamburg besonders reizt, mahnt zu Ruhe: „Gegen Bayern dürfen wir nicht übermotiviert sein.“

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