Nowitzki-Schwager Olsson: Keine Angst vor Kane und Co.

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Martin Olsson
Der Schwager von Dirk Nowitzki spielt in der schwedischen Nationalmannschaft: Martin Olsson. (Foto: Petter Arvidson/Bildbyran via ZUMA Press / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Lars Reinefeld

Sein berühmtester Fan drückt dieses Mal ein paar tausend Kilometer entfernt die Daumen.

Anders als vor zwei Jahren bei der Fußball-EM in Frankreich reist Basketball-Superstar Dirk Nowitzki in diesen Tagen nicht nach Russland, um seinen Schwager vor Ort zu unterstützen. Dabei hätte es Martin Olsson absolut verdient, steht der Bruder von Nowitzkis Frau Jessica mit Schweden bei der WM doch im Viertelfinale, wo am Samstag in Samara England der Gegner ist.

„Er ist ein großer Fußball-Fan, deshalb wird in unserer Familie sehr viel über Fußball gesprochen“, sagt Olsson über Nowitzki. Rund um das Vorrunden-Spiel zwischen Deutschland und Schweden ging es in der WhatsApp-Gruppe der Familie daher hoch her. Ein begeistertes „Toniiiiiiiiiii“, twitterte Nowitzki nach dem Last-Minute-Sieg der deutschen Mannschaft durch das Freistoßtor von Toni Kroos. Danach gab es aber auch tröstende Worte für Olsson, der in der Partie in Sotschi nicht zum Einsatz kam.

Während die deutschen Fußballer inzwischen aber längst im Urlaub sind, lebt Olsson mit den Schweden seinen WM-Traum weiter. Im Achtelfinale gegen die Schweiz kam der 30 Jahre alte Verteidiger erstmals im Turnier zum Einsatz und machte auf der linken Seite gleich viel Dampf. Einen Konter vertändelte Olsson noch etwas leichtfertig, doch dann forcierte er mit seiner Schnelligkeit die Rote Karte des Schweizers Michael Lang.

Und nun also England. Das Land, in dem er seit Januar 2006 Fußball spielt. „Natürlich ist das ein spezielles Spiel. Ich lebe jetzt fast 13 Jahre da und kenne sehr viele von den Jungs aus der Premier League“, sagte Olsson. Von seinem Heimatclub Högaborgs BK war er mit 17 Jahren zu den Blackburn Rovers gewechselt, wo er 2007 bereits sein Debüt in der Premier League feierte. Über Norwich City ging es für Olsson dann zu Swansea City, womit er am Ende der Saison aber aus der Premier League abstieg.

Olssons Zukunft ist ungewiss, die WM in Russland ist für ihn eine Chance. „Die WM ist immer ein Schaufenster, aber ich mache mir nicht so viele Gedanken. Mein Vertrag läuft noch ein Jahr, wir werden sehen, was passiert“, sagte Olsson, der wegen der kenianischen Wurzeln seiner inzwischen verstorbenen Mutter nicht wie ein typischer Schwede aussieht. „Ich bin sehr stolz auf meine Herkunft“, sagt Olsson, dem deshalb auch in Kenia kräftig die Daumen gedrückt werden.

Aufgewachsen in derselben Nachbarschaft wie die schwedische Fußball-Legende Henrik Larsson hatte Olsson, obwohl selbst für die Defensive zuständig, immer ein Faible für Angreifer. Von daher weiß er nur zu genau, dass es für die Schweden am Samstag ganz besonders darauf ankommen wird, Englands Stürmerstar Harry Kane zu stoppen.

„Kane ist sehr stark in der Luft“, sagte Olsson, macht sich aber dennoch keine übertriebenen Sorgen. „Das sind unsere Verteidiger Granqvist und Lindelöf auch. Sie wissen, wie sie ihn stoppen können und wir werden wieder als ganzes Team gut verteidigen.“ Angst haben die Schweden vor England also nicht. „Wir haben viel Selbstvertrauen und fühlen uns stark. Es ist egal, gegen wen wir spielen, wir werden einfach unsere Arbeit machen.“ Nowitzki wird es in Dallas sicherlich verfolgen. Nach dem peinlichen Deutschland-Aus kann er sich jetzt ja voll und ganz auf die Schweden konzentrieren.

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