Notizen vom 19. Bundesliga-Spieltag

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Deutsche Presse-Agentur

Ein philosophierender Staubsaugervertreter, wahre Fan-Liebe und ein Jubiläum in der Fußball-Bundesliga. Die Deutsche Presse-Agentur dpa hat einige Notizen des 18. Spieltages zusammengestellt.

Erstmals begrüßte der Stadionsprecher in der Schalker Arena die Gäste „in der Kulturhauptstadt Europas 2010“. Zudem wurde vor der Partie gegen Bremen ein Imagefilm zu Kulturhauptstadt (Essen/Ruhrgebiet) auf dem Videowürfel gezeigt. „Für die gute Zusammenarbeit bin ich Schalke sehr dankbar“, sagte der frühere WDR-Intendant und „Ruhr.2010“-Geschäftsführer Fritz Pleitgen. „Wenn ich mal im Ausland bin, und die Leute nicht wissen, wo das Ruhrgebiet liegt, sage ich einfach: Schalke - und schon wissen alle Bescheid.“ Im kommenden Jahr sind mehr als 200 Projekte in den 53 Städten und Gemeinden des Reviers geplant.

Wahre Fan-Liebe ist, wenn die Anhänger einen Spieler auch nach einem Wechsel ins Ausland weiter unterstützen und seinen neuen Club besuchen. So geschehen bei Logan Bailly, dem neuen Torwart von Borussia Mönchengladbach. Das Heim-Debüt des für 2,5 Millionen Euro verpflichteten Keepers wurde im Borussia-Park von fast 200 belgischen Fans begleitet. Drei Reisebusse brachten die Delegation aus Genk an den Niederrhein. Bailly hatte vier Jahre beim KRC Genk gespielt und war dort Publikumsliebling: „Dass ich heute Besuch hatte, hat mich sehr gefreut. Ich hatte nach dem Wechsel im Winter nicht die Möglichkeit, mich von den Fans zu verabschieden.“

Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hält die Fernseh-Lizenzgebühren für die Ware Bundesliga-Fußball für zu gering. „Die Liga verkauft sich zu billig“, stellte er in einem Interview mit der „Westdeutschen Zeitung“ (Samstag) fest. Wenn man das Ausland betrachte, erlöse der deutsche Fußball nicht das, was er erlösen könnte. Unter den gegebenen Umständen sei das optimale TV- Verhandlungsergebnis erzielte worden. „Das ändert nichts daran, dass die Ware Fußball besser bezahlt werden müsste“, sagte Holzhäuser.

In Gedenken an ihren Ehrenspielführer Alfred Pfaff spielte Eintracht Frankfurt am Samstag gegen den 1. FC Köln (2:2) mit Trauerflor. Die Begegnung in der Commerzbank-Arena begann zudem mit einer Schweigeminute. Pfaff, der 1954 mit der deutschen Fußball- Nationalelf in der Schweiz Weltmeister wurde, war am 27. Dezember 2008 im Alter von 82 Jahren gestorben. Als Kapitän führte er die Hessen 1959 zur bisher einzigen deutschen Meisterschaft. In der Saison 1959/60 erreichte „Don Alfredo“, wie Pfaff in Anlehnung an den spanischen Star Alfredo di Stefano genannt wurde, mit der Eintracht das Finale im Europapokal, das sie gegen Real Madrid mit 3:7 verlor.

Sein Talent als „Philosoph“ hat Christoph Daum in Frankfurt erneut unter Beweis gestellt. Auf die Frage, wie er Stürmer Manasseh Ishiaku nach dessen vergebener Top-Chance in der Endphase wieder aufbauen werde, antwortete der Kölner Coach: „Da wende ich meine Staubsaugervertreter-Philosophie an. Ein Vertreter für Staubsauger geht von Tür zu Tür und erhält in sieben von zehn Fällen eine Abfuhr. Trotzdem darf er den Mut nicht verlieren und muss mit einem Trällern auf den Lippen zum nächsten Haus gehen. Irgendwann wird er dann wieder einen Staubsauger verkaufen.“

Der stärkste Mann der Welt hat sein Herz für den Karlsruher SC entdeckt. Matthias Steiner, in Peking Olympiasieger im Gewichtheben und 2008 Sportler des Jahres, fieberte am Samstag beim KSC-Heimspiel gegen den Hamburger SV mit den Badenern. „Ich drücke die Daumen, auf jeden Fall“, versprach der 26-Jährige vor der Partie via Stadion-Mikrofon. Der gebürtige Österreicher erwies sich prompt als Glücksbringer, der KSC feierte in letzter Minute einen 3:2-Sieg. Als Dankeschön für die Unterstützung erhielt der Ehrengast schon vor der Partie ein KSC-Trikot mit der Nummer 82 - seinem Geburtsjahr.

Edin Dzeko schoss den VfL Wolfsburg mit seinen beiden Toren beim 2:0-Sieg gegen den VfL Bochum zum 100. Heimsieg in der Bundesliga-Geschichte der „Wölfe“. Den ersten hatten die „Wölfe“ am 22. August 1997 mit 2:1 gegen Hertha BSC gefeiert. Roy Präger, heute noch für den VfL tätig, und Sead Kapetanovic erzielten die VfL-Tore.

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