Norweger Svindal Kombinations-Weltmeister

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Deutsche Presse-Agentur

Der Norweger Aksel Lund Svindal ist neuer Kombinations-Weltmeister. In letzter Sekunde verdrängte der Doppel-Weltmeister von 2007 den bis dahin führenden Franzosen Julian Lizeroux auf den Silberrang.

Damit verdarb Svindal den mehr als 20 000 Fans bei den Ski-Weltmeisterschaften im französischen Val d'Isère eine goldene Heimparty. „Es war der beste Slalom, den ich je gemacht habe“, sagte der 26-jährige Svindal. Noch besser war der von Lizeroux, der als Abfahrts-22. unter Flutlicht zu Edelmetall kurvte. Bronze ging überraschend an den Kroaten Natko Zrncic-Dim. Der Ebinger Stephan Keppler belegte als einziger deutscher Starter den 20. Platz.

Für Svindal war der Erfolg ein Höhepunkt in seiner Comeback- Saison, in der er nach fast einjähriger Verletzungspause in Beaver Creek als Sieger zurückgekehrt war. Als Kombi-Weltmeister tritt er in die Fußstapfen von norwegischen Ski-Größen wie Lasse Kjus oder Kjetil André Aamodt. „Ich wusste, ich musste Gas geben, denn Lizeroux war so schnell“, sagte Svindal über den 29-Jährigen Franzosen, dessen Bruder im vergangenen Sommer tödlich bei einem Base-Jump verunglückt war.

Svindal ist als Kombinations-Weltmeister Nachfolger von Daniel Albrecht. Bei dem 25-jährigen Schweizer ist gut zwei Wochen nach seinem schweren Trainingsunfall die Aufwachphase aus seinem künstlichen Tiefschlaf eingeleitet worden. Dieses soll in den nächsten Tagen im Kreise seiner engsten Angehörigen geschehen.

Achtbar kämpfte sich Keppler die Slalom-Strecke herunter. „Nächstes Jahr geht es um die Olympiade, da will ich Super-Kombi fahren, das gehört für mich alles schon zur Vorbereitung“, sagte der 26-Jährige, der trotz einer bei der Abfahrt erlittenen Knieblessur auf die Zähne biss.

Nach dem enttäuschenden Abschneiden in den Speed-Disziplinen, in denen die österreichischen Ski-Herren erstmals seit 20 Jahren sowohl in Super-G und Abfahrt ohne Edelmetall geblieben waren, gab es für die führende Alpin-Nation den nächsten Tiefschlag. Alles hatte im rot-weiß-roten Lager auf Mitfavorit Benjamin Raich geschaut, gar zum „Retter der Nation“ war der 30-Jährige erkoren - nach der verkürzten Abfahrt war schon alles wieder vorbei. „Ich habe mir schon einiges ausgerechnet, aber da musst halt ins Ziel fahren und das habe ich nicht geschafft“, sagte der Doppel-Olympiasieger von 2006, der nach Österreich zum Riesenslalom-Training abreiste. Marcel Hirscher und Bernhard Graf verabschiedeten sich im Slalom, Romed Baumann war auf Platz acht der beste aus der abermals blamierten Alpenrepublik.

Nicht nur für Raich war die Kombinations-Entscheidung bitter. Der Gesamtweltcup-Führende und Titelaspirant Ivica Kostelic musste das Rennen wegen seiner in Kroatien behandelten Rückenschmerzen im TV verfolgen, seine Schwester Janica war Glücksbringer für Zrncic-Dim. Ärgerlich war der Tag auch für Olympiasieger Ted Ligety. Der Amerikaner wurde nach der Schussfahrt wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert.

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