Nordhorn-Lingen meldet Insolvenz an

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Deutsche Presse-Agentur

Der hoch verschuldete Handball-Bundesligaclub HSG Nordhorn-Lingen hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet.

Einen entsprechenden Antrag der HSG Sportmarketing GmbH als wirtschaftlicher Träger des Bundesligisten bestätigte eine Sprecherin des Amtsgerichts Nordhorn. Der Schritt war vorher von Sportmarketing-Geschäftsführer Berend Greven angekündigt worden. Trotz der prekären Finanzsituation will die Mannschaft von Trainer Ola Lindgren die Saison in der höchsten Liga zu Ende spielen.

Ein vorläufiger Insolvenzverwalter soll nun prüfen, ob das Verfahren gegen den EHF-Pokalsieger eröffnet wird. In diesem Fall würde die Mannschaft nach TuSEM Essen als zweiter Zwangsabsteiger aus der Bundesliga feststehen. Dies will der Verein vermeiden. Geschäftsführer Greven setzt aber darauf, dass das Verfahren nicht eingeleitet wird. In diesem Fall könnte die HSG auf den Klassenverbleib hoffen. Wann eine Entscheidung fällt, ist derzeit offen.

Der niedersächsische Bundesligist, der zudem im DHB-Pokal und im Europapokal der Pokalsieger beschäftigt ist, muss von sofort an auf Nationalspieler Holger Glandorf verzichten. Das Nordhorner Aushängeschild wechselte für geschätzte 150 000 Euro zum Ligarivalen TBV Lemgo. Glandorf verabschiedete sich mit acht Toren beim Nordhorner 38:31-Sieg gegen Haukar Hafnarfjördur von den Fans und wurde dabei gefeiert. Zuvor hatten die Nordhorner bereits die beiden Leistungsträger Erlend Mamelund (Flensburg) und Peter Kukucka (Schaffhausen) abgeben müssen.

Der Vereinsvorsitzende Thomas Kolde und Lingens Oberbürgermeister Heiner Pott würdigten die Verdienste des Weltmeisters von 2007 und bezeichneten Glandorf „als größten Sportler Nordhorns“. „Das war das Beste, was ich für den Verein noch tun konnte, und ich hoffe, dass es hier weitergeht“, erklärte Glandorf zu seinem Transfer. Seine bisherigen Mitspieler können nach Ablauf der Wechselfrist nicht mehr zu einem anderem Bundesligaclub wechseln.

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