Noch ein Schwede

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 Fredrik Widén (links) im Trikot des RC Bad Nauheim.
Fredrik Widén (links) im Trikot des RC Bad Nauheim. (Foto: Imago)
Sportredakteur

Am Mittwochnachmittag kämpfte er sich auf der Anfahrt noch durch den tiefen Winter, der auch Österreich fest im Griff hat, am Abend war er dann ganz und gar in Deutschland am Bodensee angekommen: Der Schwede Fredrik Widén unterstützt die Lindau Islanders ab sofort in der anstehenden Meisterrunde der Eishockey-Oberliga Süd. Zuletzt hatte der 25-Jährige in der Alps Hockey League, einer zweitklassigen Liga mit Teams aus Österreich, der Schweiz und Slowenien, gespielt. Der EVL ist damit auf der Suche nach einem Ersatz für den so wichtigen, aber verletzten Verteidiger Anthony Calabrese in Zell am See fündig geworden.

Bereits Mitte Dezember hatten die Islanders mit Stürmer Viktor Lennartsson einen Schweden verpflichtet. Lennartsson war es nun auch, der bei Widéns Wechsel nach Lindau eine gar nicht so kleine Rolle spielte. Als die Islanders ihn kontaktierten, habe er bei Lennartsson nachgefragt, ob er das Angebot in die Oberliga Süd annehmen solle, sagte Widén im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. „Nur gute Dinge“ habe der Freund aus gemeinsamen Juniorentagen in Schweden ihm berichtet. Die Entscheidung für Lindau sei ihm deshalb nicht schwer gefallen, sagte Widén. Und so machte er sich am Mittwoch von Zell am See auf, um seinen neuen Arbeitsplatz einzunehmen. Er reist zunächst mit leichtem Gepäck an, vieles lässt er für den Moment bei einem Freund in Österreich. In Lindau werde er aber eine Wohnung beziehen. Und sich dann voll und ganz auf Eishockey und die Meisterrunde mit den Islanders konzentrieren. „Ich bin bereit für alles“, sagte Fredrik Widén.

Das wird seinen neuen Arbeitgeber freuen. Nach dem vergangenen Wochenende und der Rückkehr von Anthony Calabrese aus den USA war klar, dass er den Lindau Islanders vorerst weiterhin nicht zur Verfügung stehen wird. Deshalb mussten die Islanders personell reagieren und sich durch die längerfristigen Ausfälle von Calabrese und Philipp Haug nach einem Ersatz in der Abwehr umschauen. Mit dem Schweden Widén soll diese Lücke nun geschlossen werden. „Ich bin happy, endlich einen Ersatz für den verletzten Calabrese zu bekommen. Gerade in den Specialteams hilft es, uns der Mannschaft wieder mehr Stabilität zu geben“, sagte Chris Stanley, Spielertrainer der Lindau Islanders: „Zudem freut es uns sehr, dass er von der offensiven Spielweise wohl ähnlich ist wie Calabrese.“

DEL2-Luft in Bad Nauheim

Widén hat bisher einige Jahre in Schwedens höchster Juniorenliga verbracht, danach spielte er für die RB Hockey Juniors in Salzburg. Nach einer kurzen Rückkehr in die Heimat und einem Abstecher nach Frankreich, kam Widén nach Zell am See. Zwischenzeitlich stand er im Februar 2018 beim DEL2-Club Bad Nauheim unter Vertrag und lief dort in den Play-offs auf. Für einen Anschlussvertrag reichte es nicht, daher kehrte er zurück nach Zell. Nun soll Widén den Islanders mindestens bis zum Saisonende aushelfen.

„Er ist genau der Typ Spieler, den wir gesucht haben“, freute sich Sascha Paul, der Sportliche Leiter der Islanders, am Mittwoch über den Neuzugang. Widén sei ein „Offensivverteidiger mit exzellenten, schlittschuhläuferischen Fähigkeiten“. Er solle nach dem Ausfall von Calabrese, dessen Rückkehr völlig offen ist, wieder für mehr Stabilität in der Defensive sorgen. Vielleicht schon am kommenden Freitag, wenn für die Islanders die Meisterrunde mit dem ersten Spiel gegen die Blue Devils Weiden beginnt.

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