Nissen lässt „Dakar“-Zukunft von VW offen

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Deutsche Presse-Agentur

Nach dem Doppelerfolg bei der Rallye Dakar hat sich Volkswagen noch nicht zu einer Teilnahme im nächsten Jahr bekannt. „Die Entscheidung, 2010 wieder an den Start zu gehen, dafür ist es noch zu früh“, meinte Motorsportdirektor Kris Nissen nach der Siegerehrung in Buenos Aires.

Doch ausschließen wollte der Däne die Fortsetzung des Engagements bei der härtesten Rallye der Welt nicht. „Ich kann nur sagen, dass wir einige Jahre ein sehr großes, erfolgreiches Team aufgebaut haben“, sagte der 48- Jährige. „Wir haben Know-how und die Technologie im Haus, und eine Weiterführung dieses Sports ist natürlich von der wirtschaftlichen Seite ein viel geringerer Aufwand als ein Umsteigen auf ein anderes Programm. Andererseits haben wir unsere Ziele jetzt hier erreicht.“

Der Wolfsburger Autobauer ist seit 2003 bei der Rallye Dakar am Start. Durch den Südafrikaner Giniel de Villiers und seinen deutschen Co-Piloten Dirk von Zitzewitz vor ihren Teamkollegen Mark Miller aus den USA und Ralf Pitchford aus Südafrika in ihren VW Touareg gelang Volkswagen bei der Südamerika-Premiere der „Dakar“ endlich der Sprung an die Spitze.

Von Zitzewitz geht davon aus, dass VW bei der Rallye Dakar auch 2010 „läuft und läuft und läuft“. „So wie die Stimmung im Team ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass Volkswagen im nächsten Jahr nicht seinen Titel verteidigen wird“, meinte der 40-Jährige aus dem norddeutschen Karlshof. Er gehe fest davon aus, dass sie wieder dabei sind. „Aber das ist mein persönliches Gefühl.“

Der Doppelerfolg ist in den wirtschaftlichen Krisenzeiten für das Image sehr viel wert. Doch auch VW wird sich Gedanken machen, wie künftig die Mittel im Motorsport eingesetzt werden. „Wir müssen versuchen, mit weniger Geld klarzukommen. Wir müssen jetzt genau bewerten, welche Programme sich rentieren, wo der Return in Ordnung ist“, beschrieb Nissen die Vorgehensweise: „VW und der VW-Motorsport können natürlich nicht die Augen zumachen und sagen, die Finanzkrise interessiert uns nicht.“

Doch klar ist auch: „Ein erfolgreicher Automobilhersteller wie Volkswagen kann nicht ohne Motorsport in die Zukunft. Und deshalb geht die Diskussion mit Sicherheit nicht darum, ob wir den Motorsport brauchen, sondern darüber, was wir machen wollen“, sagte er. Es werde jetzt die „Dakar“ ausgewertet „und dann werden wir für uns im Spitzenmotorsport in den nächsten Wochen festlegen, was wir in den nächsten Jahren machen möchten.“

Nissen sprach sich dafür aus, dass die „Dakar“ auch 2010 in Südamerika bleibt. „Ich bin der Meinung, dass es richtig ist, wenn die Organisatoren der ASO die nächste Dakar hier durchführen“, meinte der ehemalige Pilot. Er schlug vor, dass die ASO parallel dazu „auch andere Länder bewerten sollte. Zum Beispiel China oder Russland, wo es das Gelände hergibt“. Vor allem wegen Sicherheitsproblemen in Afrika hatten die Veranstalter die „Dakar“ 2008 abgesagt und waren dieses Jahr nach Chile und Argentinien umgezogen.

Auch von Zitzewitz plädierte für Südamerika als erneuten Schauplatz des gefährlichen PS-Spektakels: „Die Dakar gehört für mich zwar vom Gefühl her nach Afrika. Aber hier in Argentinien und Chile war es ein vollwertiger Ersatz, es war ein Rennen genauso anspruchsvoll wie sonst in Afrika.“

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