NHL: San Jose deklassiert Boston Bruins

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Deutsche Presse-Agentur

Marcel Goc freute sich notgedrungen in der Kabine, Christian Ehrhoff jubelte auf dem Eis: Die beiden deutschen Eishockey-Nationalspieler gewannen mit den San Jose Sharks das Topspiel der nordamerikanischen Profiliga NHL 5:2 bei Spitzenreiter Boston Bruins.

„Die ganze Liga hat auf dieses Spiel geschaut. Die Partie wurde live in ganz Amerika übertragen, und wir haben ein schönes Statement abgegeben. Dieser Sieg tut richtig gut“, sagte der erfreute Ehrhoff nach der Partie im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zwar bleibt Boston mit 85 Punkten NHL-Primus, doch West-Spitzenreiter San Jose festigte mit 81 Zählern Rang zwei und hat noch vier Spiele mehr zu bestreiten als die Bruins.

„Wir wissen: Wenn wir an uns glauben und unseren Stil 60 Minuten spielen, sind wir eine gute Mannschaft und bekommen unsere Chancen. Die Jungs haben gut gespielt“, sagte Goc, der beim 37. Saisonsieg im 51. Spiel nur 2:25 Minuten mitwirken konnte und noch im ersten Drittel nach einem Check von Bostons Milan Lucic verletzt ausschied. „Untere Körperhälfte, mehr dürfen wir seit dieser Saison nicht sagen“, meinte der 25-Jährige nur und verwies auf die neue NHL-Regelung, wonach die Verletzungen nicht mehr konkretisiert werden. Etwas Ernsthaftes schien sich Goc nicht zugezogen zu haben, denn der Stürmer schlenderte ohne erkennbare Einschränkungen Richtung Mannschaftsbus. Gar nicht dabei war Marco Sturm, für Bostons deutschen Angreifer ist die Saison nach einem Kreuzbandriss beendet.

Die Anfangsphase der Sharks war vor 17 565 Zuschauern im ausverkauften TD Banknorth Garden nicht gerade bissig. Lucic brachte die euphorisch und druckvoll aufspielenden Gastgeber nach nur vier Minuten in Führung. San Joses Ausgleich durch Rob Blake, dessen Schuss Bostons Dennis Wideman ins eigene Netz lenkte (8.), war eher glücklich. Erneut Lucic sorgte in der 15. Minute für das verdiente 2:1. „In den ersten 20 Minuten war Boston besser. Aber im zweiten Drittel haben wir zu unserem Spiel gefunden, waren dann stärker und haben verdient gewonnen“, meinte Goc.

Sechs Minuten reichten den „kalifornischen Haien“, um die „Braunbären“ zu besiegen. Ehrhoff leitete mit seiner Vorlage zum 2:2 durch Patrick Marleau (44.) die Wende ein. Für den ehemaligen Krefelder war es der 19. Assist. „Die Saison läuft ganz gut. Zwischen Spiel 20 und 40 war etwas Dürre, aber jetzt habe ich wieder einen Lauf“, sagte der 26-Jährige, der in den vergangenen fünf Partien drei Tore erzielt und zwei Treffer vorbereitet hat. Milan Michalek (48.) und Joe Thornton (50.) legten schnell zum 4:2 nach, Mike Grier (60.) sorgte für den Endstand. „Sie sind das beste Team, gegen das wir bisher gespielt haben“, lobte Bostons Doppel-Torschütze Lucic.

Viel Zeit, ihren Triumph zu genießen, hatten die Sharks jedoch nicht. Bereits am Mittwoch spielten sie bei Vizemeister Pittsburgh Penguins. Und von einem Fingerzeig auf ein mögliches Stanley-Cup- Endspiel gegen Boston wollte Ehrhoff nichts wissen: „Es war nur ein Spiel, da sollte man nicht zu viel hineininterpretieren.“

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