Neureuther muss nicht zur Riesenslalom-Quali

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Deutsche Presse-Agentur

Beim Slalom will Felix Neureuther gegen die Weltelite um die WM-Medaillen mitfahren, beim Riesenslalom hat er zu seiner eigenen Überraschung eine so gute Startnummer wie fast noch nie.

Statt vor den Toren Val d'Isères gegen die Exoten zu fahren, darf der Partenkirchener für den Haupt- Wettkampf planen. Wegen des Verzichts zahlreicher Riesentorlauf-Experten rutschte der 24-Jährige in das Feld der besten 50 und kann sich den Umweg gegen Skirennfahrer aus Ghana, Indien oder Nepal um ein Ticket für die WM-Entscheidung sparen.

„Ich muss eine Qualifikation fahren. Das werde ich auf alle Fälle tun und wenn ich mich danach gut fühle, werde ich das Rennen am Freitag in Angriff nehmen“, hatte der Partenkirchener, der nach seinem Trainingssturz gehandicapt ist, noch nach seiner Ankunft in Frankreich gesagt. Nun lernt er keine neuen Gegner kennen, sondern muss mit dem Coach auf die Übungsstrecke. „So können wir gut trainieren“, sagte Trainer Mario Weinhandl. „Die Chance, bei der WM vorne reinzukommen, ist größer als bei einem Weltcup, wegen der besseren Startnummer“, sagte Neureuther, für den der Slalom zum WM-Abschluss Priorität hat.

Im Weltcup musste Neureuther im Riesenslalom schon mehrere Enttäuschungen hinnehmen, bei der WM will er die gute Nummer 33 nutzen. Im Dezember 2006 gab es letztmals Punkte für den Slalom-Spezialisten, danach folgten zwölf Nullnummern. Im Training, so betonte er mehrfach, laufe es auch im Riesentorlauf gut. Im Rennen ging mit hoher Startnummer die Rechnung aber noch nicht auf. Die Exoten fahren nun ohne Neureuther 25 weitere Plätze aus.

Da der Team-Wettbewerb abgesagt wurde, bleibt Neureuther nur der Riesenslalom-Endkampf, um die „Face de Bellevarde“ besser kennenzulernen. „Ich sehe das auch als Generalprobe. Wenn ich beim Rennen gut fahre, kann ich meine Weltranglistenposition verbessern und in den nächsten Weltcup-Rennen mit einer besseren Startnummer fahren“, hatte der Partenkirchener noch Rechenspiele angestellt. Unnötig, denn er rutschte in den Hauptkampf.

Nach seinen vier Ausscheidern im Slalom nacheinander hagelte es für den Partenkirchener zuletzt Kritik. Mut machte ihm der norwegische Skirennfahrer Kjetil Andre Aamodt in der „Welt“. „Er ist ein so viel versprechender Athlet, so ein guter Typ. Aber er wird demnächst ja auch erst 25. Vergessen wir nicht, dass Bode Miller und Hermann Maier in dem Alter erst richtig losgelegt und zigmal gesiegt haben. Felix ist noch jung. Geduld“, sagte der viermalige Olympiasieger, mahnte aber auch: „Er muss an seiner Konstanz arbeiten, muss beständiger werden und für sich selbst die Frage beantworten: Wie kann ich meine Rennen alle beenden? Wenn du gewinnen willst oder gar dominieren, musst du Rennen ins Ziel bringen, ganz einfach. Achtzig Prozent Leistung reichen dafür nicht.“

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