Neureuther ändert Training nach Slalom-Aus

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Deutsche Presse-Agentur

Nach Felix Neureuthers Schlappe von Schladming hat der Deutsche Skiverband (DSV) reagiert und die Vorbereitung seines Spitzenfahrers auf die WM-Generalprobe beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen umgestellt.

„Felix macht jetzt erstmal zwei Tage viel mit seinem Kinetik-Trainer im mentalen und koordinativen Bereich und geht erst am Freitag wieder auf den Schnee zurück“, erklärte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier den veränderten Trainingsplan der einzigen Medaillen-Hoffnung seines Herren-Teams bei den Weltmeisterschaften im französischen Val d'Isère (2. bis 15. Februar).

Beim Heimsieg des Österreichers Reinfried Herbst hatte Neureuther wegen eines Einfädlers im ersten Lauf zum dritten Mal hintereinander bei einem Weltcup-Slalom nicht das Ziel erreicht. Nach dem neuerlichen Rückschlag macht sich der sonst stets angriffslustige Partenkirchener Gedanken um seine Verfassung für die bevorstehenden Saison-Höhepunkte. „Jetzt kommt sofort Garmisch und dann die WM. Das sind absolute Highlights“, sagte Neureuther nach der fünften Nullnummer bei sieben Saisonstarts in seiner Spezialdisziplin. „Aber dazwischen haben wir ja ein bisschen Pause. Vielleicht ist es gar nicht schlecht, wenn ich dann mal ein paar Tage etwas vom Skifahren wegkomme, um meine Birne freizubekommen.“

Dies scheint auch die Einschätzung der Verantwortlichen beim DSV zu sein. „Das Problem ist nicht, dass er nicht skifahren kann. Ich glaube, dass es eher eine Sache der mentalen Vorbereitung, der Konzentration und der Selbstsicherheit ist. Er braucht wieder mehr Zutrauen in sein ganzes System, vom Material bis zu seinem Schwung“, sagte Maier.

Nach seinem Einfädler mit zweitbester Zwischenzeit im ersten Lauf wirkte Neureuther ein wenig ratlos. „Es passt für mich irgendwie diese Saison nicht“, meinte der einzige deutsche Weltklasse-Fahrer zu seiner langsam bedrohlich erscheinenden Misere. Im vergangenen Winter war der 24-Jährige mit elf Punkterängen bei elf Slalomstarts noch ein Muster an Konstanz, doch in diesem Jahr kommt er bis auf einen dritten Platz in Adelboden und dem Sieg beim Show-Slalom in Moskau einfach nicht in Schwung. Bei insgesamt zehn Weltcup-Rennen ging er in Schladming zum siebten Mal leer aus.

Ein Pleiten-Hattrick mit drei Ausscheidern in Folge war ihm zuletzt vor genau vier Jahren in der gleichen Phase des Winters unterlaufen, als er ebenfalls aus Wengen, Kitzbühel und Schladming ohne ein einziges Pünktchen abreisen musste. An seinen unbestritten großen Fähigkeiten zweifelte Neureuther aber dennoch nicht: „Im Training funktioniert es. Jetzt muss ich versuchen, in Garmisch und bei der WM möglichst gut abzuschneiden, um die Saison halbwegs vernünftig zu Ende zu bringen.“

Während die deutschen Herren, bei denen auch Stefan Kogler (Schliersee) und Felix Dopfer (Partenkirchen) im ersten Durchgang ausschieden, im WM-Ort von 2013 ohne Erfolgserlebnis blieben, feierten die Gastgeber eine triumphale Ski-Party. Der Sieg von Herbst und der zweite Rang seines Teamkollegen Manfred Pranger verwandelte die eindrucksvolle Kulisse von 50 000 Zuschauern bei dichtem Schneetreiben und gleißendem Flutlicht in ein rot-weiß-rotes Fahnenmeer. Dabei ging fast etwas unter, dass der Kroate Ivica Kostelic mit Rang drei seine Führung im Gesamtweltcup vor dem schwächelnden Tiroler Benjamin Raich auf 75 Punkte ausbaute.

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