Neuner Zweite beim Biathlon-Weltcup in Whistler

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Deutsche Presse-Agentur

Eine Skilänge hat Magdalena Neuner zum vierten Saisonsieg im Biathlon-Weltcup gefehlt.

Die 22 Jahre alte sechsmalige Weltmeisterin aus dem oberbayerischen Wallgau verfehlte im Sprintrennen beim Olympia-Test im kanadischen Whistler eine Scheibe und hatte im Ziel nach 7,5 Kilometer winzige 0,7 Sekunden Rückstand auf die makellos schießende schwedische Tagessiegerin Helena Jonsson. Dritte wurde mit 1,6 Sekunden Rückstand die Russin Olga Saizewa. Verliererin des Tages war trotz ihres guten achten Platzes Sprint-Weltmeisterin Kati Wilhelm. Die Zella-Mehliserin musste sowohl das Gelbe Trikot an Jonsson als auch die Führung im Disziplin-Weltcup an Neuner abgeben.

Verfolgungs-Weltmeisterin Jonsson benötigte bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt auf den schnellen Loipen 19:43,6 Minuten. Nur 4,6 Sekunden zurück lag auf dem fünften Platz die ebenfalls fehlerfrei schießende Andrea Henkel (Großbreitenbach) als zweitbeste deutsche Skijägerin. Mit 23 Sekunden Rückstand - das ist exakt die Zeit für ihre eine Strafrunde - wurde Kati Wilhelm Achte.

Im Weltcupsprint über 10 Kilometer der Herren hat der Norweger Lars Berger mit fehlerfreiem Schießen gewonnen. Bester deutscher Skijäger beim Olympia-Test war der dreimalige Olympiasieger Michael Greis aus Nesselwang, der eine der zehn Scheiben verfehlte und mit 53 Sekunden Rückstand auf Platz sieben einkam. Rang zwei hinter Berger, der seinen zweiten Saisonsieg feierte, belegte dessen Landsmann Ole Einar Björndalen vor dem Österreicher Christoph Sumann. Im Gesamtweltcup führt weiter der Pole Tomasz Sikora, aber nur noch mit zwei Punkten vor Björndalen.

„Gold-Lena“ Neuner strahlte trotz der knappen Niederlage. „Das Ergebnis zeigt, wie eng es auch bei uns Frauen zugeht. Sicher sind sieben Zehntelsekunden wenig, doch ich muss mir keinen Vorwurf machen. Ich habe läuferisch alles gegeben und wäre wohl auch nicht schneller gewesen, wenn ich nach Helena gelaufen wäre und ihre Zeit gehört hätte“, sagte die bayerische Strahlefrau, die am Fuße des Mount Garibaldi auf den Olympia-Loipen von 2010 wie schon vor zwei Tagen im Einzelrennen über 15 Kilometer erneut Laufschnellste des gesamten Feldes war.

Auch dem einen Fehlschuss trauerte die blonde Ausnahmeläuferin nicht nach. „Ein Fehler kann immer passieren. Das ist okay“, bemerkte sie zu ihrer prima Form nach der WM. „Ich konnte mich zwei Wochen zu Hause ganz in Ruhe erholen und Energie tanken.“

Dagegen haderte Andrea Henkel etwas mit ihrer Position bei der letzten Abfahrt ins Stadion. „Da musste ich auf die Außenbahn, habe bestimmt ein, zwei Sekunden verloren. Das war schade, doch ich mache niemanden einen Vorwurf. Irgendwo muss ja jeder fahren“, sagte die Thüringerin nach ihrem dritten fünften Weltcup-Platz hintereinander.

Kati Wilhelm hingegen ärgerte sich über die „Fahrkarte“ beim letzten Stehendschuss in ihrem Schokoladenanschlag. „Ich war mir nicht sicher, ob ich auf der Scheibe stehe und habe mich nicht getraut, den Finger krumm zu machen. Als ich dann abdrückte, war es zu spät“, erklärte sie die Strafrunde. „Ein Fehler beim letzten Schuss tut immer weh, heute war er aber besonders ärgerlich“, gab Wilhelm zu. Als Viertschnellste war sie in der Loipe extrem schnell. Doch der Fehler kostete sie nicht nur den Platz auf dem Siegertreppchen, sondern auch die Führungen im Gesamt- und Disziplin-Weltcup.

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