Neue Kandahar im Nebel: Keine Abfahrt

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Schwäbische Zeitung

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Schlechter Start für die neue Kandahar und verschobene WM-Generalprobe für Maria Riesch: Am ersten Renntag auf der umgebauten Ski-Piste in Garmisch-Partenkirchen hat der Nebel für die Absage der Herren-Abfahrt und einen neuen Termin des Damen-Super-G gesorgt.

Während die Schussfahrt für Hermann Maier & Co. noch nicht neu terminiert wurde, mussten die Skirennfahrerinnen ihre Anreise zu den Weltmeisterschaften nach Val d'Isère verschieben. Statt in aller Ruhe zum WM-Ort in die französischen Savoyen zu reisen, wird um 10.30 Uhr am Sonntag - zwei Tage vor der WM-Entscheidung in der selben Disziplin - der Super-G nachgeholt. Fast zeitgleich ist Felix Neureuther auf dem Gudiberg bei einem Slalom im Einsatz.

Neunmal wurde der Abfahrtslauf verschoben und brachte den Trainingsschnellsten Hermann Maier und seine Konkurrenten um die WM-Generalprobe in der alpinen Königsdisziplin. „Es ist sehr schade, dass die Abfahrt abgesagt werden musste. Ich bin im Training hervorragend zurechtgekommen. Ich werde über diese Situation aber so wenige Tage vor der Weltmeisterschaft nicht lange nachdenken“, sagte der 36-Jährige.

Deutschen Speedfahrern wie Andreas Strodl oder Stephan Keppler wurde die Chance genommen, sich noch einmal für ein Ticket für die Titelkämpfe zu bewerben. Ohne dass ein Fahrer die WM-Norm erfüllt hat, wird der Deutsche Skiverband nun sein Speedteam nach Val d'Isère entsenden. „Es wäre zu gefährlich gewesen, das Rennen zu starten. Meinen Freunden und Fans an der Strecke hätte ich gerne eine gute Leistung geboten“, sagte ein „trauriger“ Keppler.

Stundenlang harrten die Wintersport-Fans in der Garmischer Kälte aus, ehe Renndirektor Günter Hujara nach über drei Stunden zum Funkgerät griff: Danach stand die Absage fest. Zu hartnäckig hielt sich der Nebel auf der Strecke, die für die Weltmeisterschaften 2011 für rund 12 Millionen Euro auf Vordermann gebracht worden war.

Wenigstens die offizielle Eröffnung war reibungslos verlaufen. Auf Skiern und mit der WM-Fahne von 2011 in der Hand fuhr Olympiasiegerin Rosi Mittermaier den Zielhang hinunter. Im Zielraum durchtrennte die Doppel-Olympiasiegerin von 1976 ein langes rotes Band, das Thomas Bach, Vorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sowie die Verantwortlichen von Skiverband und Ausrichter hielten. Mittermaier hofft nicht nur auf eine erfolgreiche Ski-WM 2011 in ihrem Heimatort, sondern auch „auf eine erfolgreiche Olympiabewerbung Münchens für die Spiele 2018“.

Bach lobte die Organisatoren. „Das ist Olympia im Vorgriff, was hier in Garmisch-Partenkirchen abgeht. Hier ist gute Arbeit geleistet worden vor Ort, das ist vielversprechend. Man kann mit einem überzeugendem Konzept nah am Athleten in den Wettbewerb gehen“, sagte der IOC-Vizepräsident in der ARD.-

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