Naldo rettet Werder Sieg - 1:0 gegen St. Etienne

Lesedauer: 5 Min
Deutsche Presse-Agentur

Trotz bester Chancen fährt Werder Bremen nur mit einem dünnen Polster zum UEFA-Pokal Rückspiel nach St. Etienne. Der Bundesliga-Zehnte musste sich im Achtelfinal-Hinspiel mit einem mageren 1:0 (1:0) begnügen.

Die Bremer scheiterten dabei wieder einmal an einer erschreckenden Chancenverwertung. Nach dem Treffer von Naldo in der 20. Minute vergaben die Bremer reihenweise beste Möglichkeiten gegen den 17. der französischen Fußball-Liga. In einer schwachen zweiten Halbzeit konnten sich die Hanseaten vor 30 116 Zuschauern im Weserstadion bei ihrem Torhüter Tim Wiese bedanken, dass sie am 19. März mit einem Vorsprung nach Frankreich reisen können. Beide Mannschaften spielten mit Trauerflor in Gedenken an die Toten des Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen. Die Partie begann nach einer Schweigeminute.

„Ich bin unzufrieden. Wir haben St. Etienne wieder ins Spiel kommen lassen. Das war überflüssig“ , sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. „Jetzt wird es im Rückspiel eine spannende Partie.“ Von einem „Hexenkessel“ sprach Geschäftsführer Klaus Allofs: „Wir waren nicht so zwingend. Das müssen wir uns vorwerfen lassen. Heute hätte wir St. Etienne mit einer klaren Niederlage nach Hause schicken müssen.“

Bei Werder fehlte neben Mesut Özil auch Per Mertesacker wegen einer Grippe. Kapitän Frank Baumann kam für den Nationalspieler ins Team, fehlt nach seiner Gelben Karte in der 68. Minute aber im Rückspiel. Der in der Bundesliga gesperrte Naldo durfte im Europapokal mitwirken. Und machte diesmal positiv von sich reden. Als sich die Franzosen im Strafraum um seinen Landsmann Diego kümmerten, nutzte der Brasilianer die Chance und zirkelte den Ball unbedrängt ins Tor. Pechvogel Daniel Jenssen hatte da mit blutender Nase nach einem Ellenbogen-Check (13.) schon Aaron Hunt Platz gemacht.

Angetrieben vom quirligen Diego bestimmte Werder zunächst wie zu besten Zeiten Spiel und Tempo - nur die Tore fehlten. Vor allem Almeida hatte das Glück nicht gepachtet, und auch Frings klebte bei einem Schuss aus halbrechter Position das Pech am Stiefel. Mustapha Bayal Sall klärte auf der Linie und Keeper Jeremie Janot konnte Diegos Nachschuss über die Latte lenken. Im Gegenzug musste Wiese nach einem langen Pass der Gäste buchstäblich Kopf und Kragen riskieren. Zehn Meter vor seinem Strafraum klärte der Nationalspieler souverän per Kopf. Die erste Chance der Franzosen durch einen um die Mauer gezirkelten Freistoß von Paulo Machado holte Wiese in der 40. Minute aus der linken unteren Ecke.

Aus der Kabine kam Saint Etienne mit dem sichtbaren Willen, gegen die nachlässig agierenden Bremer mehr für die Offensive zu tun. Doch die Werder-Abwehr stand ordentlich - und Wiese hielt fehlerlos. Im Spielaufbau aber fehlte die Präzision. Der Matchwinner gegen den AC Mailand, der Peruaner Claudio Pizarro, konnte nicht nachweisen, dass ihm die Affäre um seinen Geschäftspartner Carlos Delgado, in die auch Werder-Chef Jürgen Born involviert sein soll, nicht doch die nötige Konzentration raubt. So auch in der 66. Minute, als er mit einem strammen Schuss Janot nicht überwinden konnte. In der zweiten Halbzeit kam St. Etienne auf, weil Werder schwächelte. Auch die Hereinnahme von Markus Rosenberg (59. für Almeida) brachte nichts, zumal auch Diego merklich nachließ.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen