Nach WM haben Rodler 2010 im Blick

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Deutsche Presse-Agentur

Die vier WM-Medaillen waren kaum verstaut, da begann für die deutschen Rodel-Asse das Warm-up für Vancouver 2010.

„Der Weltcup auf der neuen Olympia-Bahn ist fast genau so wichtig wie die WM“, sagte Sportdirektor Thomas Schwab und stimmte seine Athleten auf die Generalprobe in knapp zwei Wochen im kanadischen Whistler ein. „Dort geht es für uns darum, die Bahn richtig in den Griff zu bekommen“, betonte Bundestrainer Norbert Loch vor der Abreise aus Lake Placid. Zwei Titel, zudem zwei zweite Plätze - trotz der historischen Niederlage der deutschen Frauen bei den Weltmeisterschaften in den USA durfte Loch ein positives Fazit ziehen: „Wir sind sehr zufrieden mit dieser WM.“

Einmal mehr als erfolgreichste Nation kehrten die Deutschen der gefürchteten Eisrinne von Lake Placid den Rücken, um eine Woche darauf den Weltcup im kanadischen Calgary und dann den in Whistler anzugehen. In den beiden letzten Weltcup-Rennen der Saison hat vor allem Überflieger Felix Loch noch Großes vor. „Jetzt will ich auch endlich meinen ersten Weltcup-Sieg holen“, sagte der Berchtesgadener und hofft auf seinen Debüterfolg im Alltagsgeschäft, nachdem er in Lake Placid bereits seinen zweiten WM-Titel einfahren konnte.

Wundenlecken war nach dem schwarzen WM-Wochenende bei den deutschen Frauen angesagt. „Aus Niederlagen lernt man am meisten. Wenn man immer nur gewinnt, verbessert man ja nichts“, meinte Seriensiegerin Tatjana Hüfner, die in Lake Placid mit Platz sechs entthront worden war. Für die 25-Jährige geht es bei der Generalprobe auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Whistler vor allem darum, Sicherheit für das große Ziel Olympia-Gold zu gewinnen. „Dort ist jede Fahrt sehr wichtig. Nächstes Jahr will ich da ganz oben stehen.“

Hüfner fand zwei Tage nach ihrem brutalen WM-Erlebnis allmählich ihr Lachen wieder, die Verantwortlichen bemühten sich angesichts der gerissenen Frauen-Siegesserie um demonstrative Gelassenheit. „Der Ausrutscher ist nicht so schlimm“, befand etwa der langjährige ehemalige Bundestrainer Schwab. „Wenn man schon den Titel herschenken muss, dann sicher eher bei der WM als bei Olympia.“

Nach ihrem WM-Silber steuern derweil die Doppelsitzer André Florschütz und Torsten Wustlich voller Optimismus ihr letztes Großereignis an. „Da ist er wieder, der alte Florschütz“, hatte der Steuermann den WM-Medaillengewinn nur 77 Tage nach seiner Bandscheiben-Operation bejubelt. Beim Weltcup auf der neuen Olympia-Strecke soll nun alles für den perfekten Karriere-Abschluss im kommenden Winter vorbereitet werden. „Die Bahn ist auf jeden Fall auf uns zugeschnitten“, sagte Steuermann Florschütz.

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