Nach verpasster Medaille setzt Schmitt aufs Team

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Deutsche Presse-Agentur

Als der Medaillen-Traum für Martin Schmitt trotz des besten WM-Auftritts seit acht Jahren geplatzt war, überspielte Deutschlands Top-Skispringer mit einem Lächeln seine Enttäuschung und ging sofort wieder in die Offensive.

„Jetzt gilt es, den Schwung mitzunehmen auf die Großschanze und sich über gute Trainingssprünge Selbstvertrauen zu holen. Ich hoffe, dass ich auf der großen Schanze super Sprünge zeigen kann, ähnlich wie auf der kleinen. Wir wollen im Team-Wettbewerb um eine Medaille kämpfen“, sagte Schmitt nach seinem fünften Platz in der WM-Entscheidung auf der Normalschanze.

In einem spannenden Wettbewerb triumphierte Vierschanzentournee-Sieger Wolfgang Loitzl vor seinem Landsmann Gregor Schlierenzauer sowie dem Schweizer Simon Ammann und sorgte damit für das erste Einzel-Gold für Österreich seit 18 Jahren. „Es ist wie bei der Tournee ein Traum in Erfüllung gegangen. Das ist jetzt wirklich die Draufgabe und es kann noch was dazukommen, aber mehr Steigerung gibt es eigentlich gar nicht“, sagte Loitzl.

Schmitt fehlten nach Sprüngen auf 100,5 und 98 Meter lediglich 5,5 Punkte zum Edelmetall. „Die anderen sind halt einen Tick stabiler und besser, das muss man akzeptieren. Mit ein wenig Glück wäre es möglich gewesen, auf das Podest zu springen. Aber das können viele andere auch sagen“, erklärte der 31-Jährige und ging gleich wieder zur Tagesordnung über: „Nächste Woche kommt die nächste Schanze. Ich werde versuchen, das Gefühl aufrecht zu halten und den richtigen Dreh und das richtige Timing für die Anlage zu finden.“

Auch Bundestrainer Werner Schuster wollte sich nicht lange mit der Analyse aufhalten und richtete den Blick lieber nach vorne. „Für das Team war es ein guter WM-Auftakt, wir können erhobenen Hauptes hier rausgehen. Jetzt müssen wir die Spannung hochhalten und in der zweiten Woche dranbleiben, um unsere Ziele zu realisieren. Wir haben vier gesunde Athleten in ansprechender Form, da kann man im Mannschafts-Wettbewerb etwas erreichen. Das werden wir angehen“, sagte der Coach.

Mit Michael Uhrmann (15.), Michael Neumayer (17.) sowie Stephan Hocke (19.) platzierten sich auch die anderen DSV-Starter unter den Top 20 und weckten damit Hoffnungen auf die erhoffte Team-Medaille. „Wir können uns als Team sehen lassen. Wir haben uns nach nicht ganz einfachen Vorbereitungswochen gut präsentiert und sind auch stimmungsmäßig auf einem guten Weg. Es wäre fatal, jetzt ein Haar in der Suppe zu suchen“, erklärte Schuster.

Vor allem das Comeback von Uhrmann nach zweiwöchiger Krankheitspause und der Schrecksekunde beim Trainingssturz gab Anlass zum Optimismus. Mit 96,5 und 94 Metern bot der 30-Jährige aus Rastbüchl eine solide Vorstellung. „Ich habe ein blaues Knie, Schrammen an den Beinen und die Schulter schmerzt. Aber ich bin nicht traurig, dass es passiert ist, sondern glücklich, dass ich bei der WM springen kann“, berichtete der Bayer.

Bei den Titelkämpfen vor zwei Jahren in Sapporo hatte sich Uhrmann im Training einen komplizierten Mittelfußbruch zugezogen. Dieses Schicksal blieb ihm dieses Mal erspart. „Wir müssen heilfroh sein, dass die Knochen heil geblieben sind und ein Déjà-vu ausgeblieben ist. Ich bin zuversichtlich für die zweite Woche“, sagte Schuster.

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