Nach Champions-League-Premiere: Hoffenheim schaut auf BVB

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Deutsche Presse-Agentur
Ulrike John

Bei der Landung auf dem Baden-Airpark nach dem Champions-League-Debüt in der Ukraine hatte Trainer Julian Nagelsmann sein Feiertags-Outfit mit schicker Weste längst wieder im Koffer verstaut.

Am Tag nach dem 2:2 (2:1) bei Schachtjor Donezk ging der Blick bei der TSG 1899 Hoffenheim schnell auf das nächste Duell mit einem Königsklassen-Teilnehmer. Gegen Borussia Dortmund wollen die Kraichgauer ihre sehr mäßige Bundesliga-Startbilanz aufbessern. „Wir haben noch richtig Qualität, die in den nächsten Wochen zurückkommt“, sagte Sportchef Alexander Rosen angesichts der vielen Verletzten.

Im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb ist die TSG an-, aber nur einen kleinen Schritt vorangekommen. „Ganz zufrieden“ zeigte sich Nagelsmann. Seine Spieler haderten jedoch mit dem vergebenen Premieren-Sieg in Charkiw. Und nach dem überraschenden 2:1 von Olympique Lyon beim Favoriten Manchester City dürfte die Erkenntnis gewachsen sein, dass man gegen den vielleicht schwächsten Gruppen-Gegner einen Erfolg verpasst hat.

Trotz der zweimaligen Führung durch Florian Grillitsch (6. Minute) und Havard Nordtveit (38.) reichte es für die Gäste am Mittwochabend nur zu einem Punkt. „Wenn du so lange führst, willst du auch gewinnen“, sagte Jung-Nationalspieler Nico Schulz. „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Dann musst du eben versuchen, noch ein Tor zu machen, damit du das Spiel so gut wie beendest.“

So muss Hoffenheim weiter auf den ersten internationalen Auswärtserfolg warten, nachdem dies auch in der lehrreichen Europa-League-Vorrunde 2017 nicht gelungen war. „Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren als Champions-League-Neuling“, sagte Nagelsmann jedoch.

Im ersten Heimspiel der Königsklasse geht es nun am 2. Oktober gegen Manchester mit Star-Trainer Pep Guardiola, dann kommt am 23. Oktober Lyon nach Sinsheim. Rosen verwies darauf, dass ein Team wie Man City im vergangenen Jahr bei Schachtjor Donezk sogar verloren habe. „Unter dem Strich ein verdienter Punkt, vielleicht war ein bisschen mehr drin. Man hat nicht gemerkt, dass wir zum ersten Mal dabei waren.“

Nagelsmann, mit 31 Jahren der jüngste Chefcoach einer Mannschaft in der Geschichte des Wettbewerbs, haderte mal wieder mit den vergebenen Chancen seines Teams. „Ich hätte heute auch gerne gewonnen, aber ich kann mit dem Punkt leben. Wir hatten qualitativ die besseren Torchancen“, sagte er, tröstete sich aber: „Wir haben den Zuschauern was geboten.“

Eine extra Portion Motivation hatten die derzeit verletzten Profis um Nadiem Amiri und Benjamin Hübner ihren Kollegen mit einer Video-Borschaft geschickt, die das Team in der Abschlussbesprechung anschaute. „Das war richtig cool“, sagte Rosen. Nationalspieler Kerem Demirbay gab nach einmonatiger Zwangspause schon mal ein Comeback.

In der Schlussphase rannten die Hoffenheimer im Metalist-Stadion nur noch hinterher. Maycon gelang in der 81. Minute der Ausgleich. „Ich glaube nicht, dass die beiden anderen Mannschaften nach diesem Spiel nun lieber gegen uns spielen als vorher“, sagte Nagelsmann.

„Mit breiter Brust“, so Kapitän Kevin Vogt, „gehen wir hier raus.“ Der starke Mittelfeldakteur Grillitsch durfte sich zudem über die Auszeichnung als „Man of the Match“ freuen. Der oft kritisierte Abwehrspieler Nordtveit war ohnehin überglücklich nach seinem Treffer. „Ein Traum für mich. Mein Sohn ist drei Jahre und hatte vorher gesagt, du musst mal ein Tor machen.“

Insgesamt zeigte das Team aus Hoffenheim, mit nur 3200 Einwohnern der kleinste Ort in der Geschichte der Königsklasse, eine reife Leistung. Dortmund ist nun eines der „Bretter“, die Nagelsmann die nächsten Wochen erwartet. Rosen sieht keine Gefahr, dass nach großen Spielen in der Champions League „ein Spannungsverlust oder gar Leichtsinn zu befürchten ist - nicht bei unseren Charakteren.“

Kader Donezk

Kader 1899 Hoffenheim

Statistik auf UEFA.com

Spielbericht auf Hoffenheimer Homepage

Interviews auf Hoffenheimer Homepage

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