Nach Auftakt-Pleiten: Haas stellt Sinnfrage

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Deutsche Presse-Agentur

Nach der peinlichen Pleite gegen den Qualifikanten Michail Kukushkin aus Kasachstan beim ATP-Masters-Turnier in Miami stellte der frustrierte Thomas Haas die Sinnfrage.

„Wenn man solche Tage hat, ist es schwierig, überhaupt die Motivation zu finden, noch weiterzumachen. Es macht einfach keinen Spaß, wenn man so einen Mist spielt“, fluchte der deutsche Tennis-Profi. Mit 4:6, 4:6 hatte Haas in 83 Minuten gegen die Nummer 142 der Weltrangliste den Kürzeren gezogen. Auch für Philipp Kohlschreiber endete die Veranstaltung in Florida mit einer unangenehmen Überraschung in der ersten Runde. Gegen den ebenso unbekannten Frank Dancevic aus Kanada - Nummer 117 der Weltrangliste - musste er sich mit 4:6, 6:7 (2:7) geschlagen geben.

„Ich hatte kein Gefühl, zudem Probleme mit den Schlägern und nie das Selbstvertrauen, so richtig durchziehen zu können. Und ich habe bei den wichtigen Punkten einfach nicht gut gespielt“, sagte Haas der Deutschen Presse-Agentur dpa. Seinen Gegner hatte der gebürtige Hamburger vor dem Match noch nie gesehen. „Ich wusste nur, dass er hier durch die Qualifikation musste und ich habe vor dem Match noch mit einigen Leuten gesprochen, die mir gesagt haben, dass er relativ aggressiv spielt.“ Doch diese Informationen nützten dem 30-Jährigen letztlich nichts. Kukushkin nahm ihm in beiden Sätzen früh den Aufschlag ab. Und als Haas im zweiten Durchgang ein Break zum 4:4 gelang, gab er umgehend sein Service wieder ab.

Er brauche schnellstens einen Trainer und einen Physiotherapeuten, bemerkte Haas. „Und so lange ich das nicht auf die Reihe bekomme, bin ich auch nicht dort, wo ich mental sein muss“, sagte er. Nach zahlreichen Schulter-Operationen ist Haas beschwerdefrei und eigentlich willens, sich zu quälen. „Ich brauche einen Coach, der hart arbeitet und mit dem ich klarkomme. Es sollte jemand sein, der selbst mal gespielt hat und sich in die Lage eines Spielers versetzen kann“, sagte Haas. Für die anstehende Sandplatz-Saison hegt er aber keine großen Erwartungen. Er habe keine große Lust auf Sand, in den Vorjahren immer schlecht gespielt und werde deshalb höchstens zwei, drei Turniere spielen.

Vorfreude auf den langsamen Untergrund herrscht hingegen bei Kohlschreiber, der sein Aus in Miami relativ gelassen nahm. „Das ist eine ganz neue Saison“, meinte der 25-jährige Augsburger, der nach dem Erstrunden-Aus mehr Zeit als angenommen hat, um sich auf das erste Sandplatz-Turnier in Monte Carlo vorzubereiten. „Ich habe Dancevic auf keinen Fall unterschätzt und dachte eigentlich, dass ich mit gutem Schwung aus Indian Wells kommen würde, zumal ich hier die vergangenen Tage gut trainiert habe“, sagte Kohlschreiber, der in der Vorwoche in Indian Wells noch im Achtelfinale stand.

Dort habe er in den Vorjahren immer gut gespielt, in Miami hingegen habe der Misserfolg für ihn schon Tradition. „Ich weiß nicht warum, aber die äußeren Bedingungen mit Regen oder schwülem Wetter sind für mich schon immer schwer gewesen. Ich habe hier noch nie gut gespielt, deshalb ist die Niederlage schon vergessen.“

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